FORMAT: Rabl-Stadler warnt Ruzicka vor Finanzproblemen

Neuer Festspiel-Großsponsor heißt Austrian Airlines

Wien (OTS) - Im Interview mit FORMAT warnt die Präsidentin der Salzburger Festspiele Helga Rabl-Stadler den neuen künstlerischen Leiter Peter Ruzicka vor finanziellen Troubles: "Jeder neue Intendant glaubt, daß er bei den Salzburger Festspielen aus dem Vollen schöpfen kann. Das ist aber ein Irrtum. Man muß sich hier sogar sehr gut überlegen, mit welcher Programm-Mischung man ein künstlerisches Maximun erzielt, ohne finanziell Schiffbruch zu erleiden."

Und Rabl-Stadler weiter: "Ruzicka wird Richard Strauss forcieren, er wird die Exilkomponisten forcieren, er wird die zeitgenössische Musik ins Zentrum der Festspiele rücken. Und da stößt er natürlich schmerzhaft an die finanziellen Grenzen. In der Vergangenheit haben wir es immer so gehalten, daß wir in einem Jahr, in dem wir eine Opernuraufführung hatten, dafür das Konzertprogramm kulinarischer gestalteten, um uns derart die zeitgenössische Oper leisten zu können. Ruzicka aber will diesen Kompromiß nicht eingehen und hat für nächstes Jahr eine Henze-Opernuraufführung und ein forciert zeitgenössisches Konzertprogramm geplant. Und das bringt uns natürlich in finanzielle Schwierigkeiten."

Gleichfalls in FORMAT kündigt Rabl-Stadler an, neben Uniqa, Siemens, Nestlé und Audi (sie zahlen jeweils rund 600.000 Euro im Jahr) einen neuen Hauptsponsor für die Festspiele an Land gezogen zu haben: "Ab 2003 hoffen wir Austrian Airlines an Bord begrüßen zu dürfen."

Daß der "säumige" Großmäzen der Salzburger Festspiele, Alberto Vilar, seinen Zahlungsverpflichtungen nachkommen wird, hofft Rabl-Stadler: "Vilar wird den gesamten August in Salzburg sein, und er hat seine Karten bereits alle gezahlt. Ich bin überzeugt, er würde sich nicht nach Salzburg setzen, wenn er vorhätte, seinen Vertrag nicht zu erfüllen."

An Salzburgs Bürgermeister Heinz Schaden appelliert Rabl-Stadler, er solle spätestens ab 2004 ein Subventionsplus statt weiterer Reduktionen durchsetzen: "Es wäre doch absurd, wenn gerade die Stadt, die erwiesenermaßen der Hauptprofiteur der Festspiele ist, jetzt zum Vorreiter noch größerer Kürzungen würde. Und ich zweifle nicht daran, daß auch Bürgermeister Schaden das einsieht und wir wieder eine Zukunftsperspektive haben, die da lautet: Ab 2004 brauchen wir ein Plus an Subventionen. Zudem benötigen wir Extra-Gelder für die Renovierung unserer Festspielhäuser, die mittlerweile vierzig Jahre alt und in entsprechendem Zustand sind."

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