Muttonen: SPÖ-Filmpaket liegt auf dem Tisch - konkrete Taten der Regierung zur Filmförderung gefordert

Wien (SK) "Die Filmenquete ist vorüber - jetzt kann die Bundesregierung beweisen, ob ihr der österreichische Film wirklich ein Anliegen ist: der SPÖ-Antrag zur Filmförderung liegt dem Parlament seit heute vor", sagte SPÖ-Kultursprecherin Christine Muttonen am Mittwoch gegenüber dem SPÖ-Pressedienst. Die SPÖ habe damit ein umfangreiches Maßnahmenpaket für den österreichischen Film erarbeitet und zur parlamentarischen Behandlung vorgelegt; die wesentlichsten Forderungen sind die Verdoppelung des Budgets des österreichischen Filminstituts (14,53 Mio Euro), die Lukrierung zusätzlicher Finanzmittel durch eine "Rubbelaktion für den Film" und mittelfristig die Einführung einer zweckgebundenen Verwertungsabgabe auf Kinokarten nach französischem Beispiel (Ausnahme für Programmkinos - Stichwort: Blockbuster finanzieren Qualitätskino). ****

Außerdem seien die Bundesländer aufgerufen, wesentlich höheren Einsatz für die Filmförderung zu zeigen, führte Muttonen weiter aus; bis auf "die löbliche Ausnahme Wien", die mittlerweile mehr Geld in den Film investiere als der Bund, sei hier Handlungsbedarf für die Länder gegeben". Dringend erforderlich sei weiters die Sicherstellung der ORF-Budgets für fiktionale und dokumentarische Auftragsproduktionen unabhängiger österreichischer Produzenten mit angemessenen Wachstumsraten sowie die Erhöhung des Budgets für das Film-Fernsehabkommen, mit dem der ORF die Förderung des österreichischen Kinofilms unterstützt.

Dies soll u.a. über die Wiederherstellung der Refundierung für die Gebührenbefreiung an den ORF samt Zweckwidmung der Mittel sowie die Aufhebung der Werbebeschränkungen des neuen ORF-Gesetzes möglich gemacht werden, erläuterte Muttonen.

Weiters fordern die Sozialdemokraten einen jährlichen Filmwirtschaftsbericht, der über alle filmrelevanten Entwicklungen Auskunft gibt. Als wichtigen Punkt führt Muttonen auch entsprechende steuerliche Anreize für Investitionen in Filmproduktionen sowie die Schaffung eines Beteiligungsfonds im Bereich der Filmwirtschaft an.

"Österreich hat sich in den letzten Jahren dank bemerkenswerter künstlerischer Produktionen einen guten Namen in der internationalen Filmlandschaft gemacht", betonte Muttonen. Sie sieht dies auch als "ein Resultat der konsequenten Filmförderungspolitik vor Blau-Schwarz". "Denn diese Bundesregierung hat den österreichischen Film in den letzten drei Jahren am ausgestreckten Arm verhungern lassen", kritisierte Muttonen.

Die Ankündigung von Kunststaatssekretär Morak im Rahmen der Filmenquete, das Budget des Österreichischen Filminstitutes um 2,18 Millionen Euro zu erhöhen, sei zwar ein erster positiver Schritt, dem aber weitere "beherztere" folgen müssten, denn: diese Erhöhung bringe das Filmbudget nicht einmal wieder auf den Stand von 1999. "Ein wichtiges und sehr deutliches Signal auf der Filmenquete war, dass ohne ausreichend Treibstoff in Form von Förderungsmitteln für den künstlerischen Film 'alle Räder stillstehen'. Wenn wir uns zum österreichischen Film als wichtiges Kulturgut bekennen, müssen wir ihn auch ausreichend finanzieren", sagte Muttonen. Das konstruktive Klima der Filmenquete hätte eine positive Erwartungshaltung bei den Kreativen des Landes geweckt - nun gehe es darum konkrete Taten folgen zu lassen.

"Das SPÖ-Konzept zur Förderung des österreichischen Films liegt vor -die Initiative liegt nun bei den Regierungsfraktionen, diesen Antrag nicht endlos zu vertagen, sondern zum Wohle des österreichischen Films rasch in den Diskussionsprozess einzutreten und entsprechende Maßnahmen umzusetzen", schloss die SP-Kultursprecherin. (Das SPÖ-Konzept zur Förderung des österreichischen Films kann im Volltext unter www.klub.spoe.at abgerufen werden). (Schluss) wf

Rückfragen & Kontakt:

***OTS-ORIGINALTEXT UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER
VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS ***

OTS0170 2002-07-10/13:51

101351 Jul 02

Pressedienst der SPÖ
Tel.: (++43-1) 53427-275
http://www.spoe.at

OTS-ORIGINALTEXT PRESSEAUSSENDUNG UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS | SPK/SK6