MigrantInnen, lasst uns mit diesen ÖsterreicherInnen nicht alleine!

Ausländische Studierende haben es bereits jetzt schwer genug

Wien (OTS) - Das gestern im Parlament beschlossene "Integrationspaket" stellt die Fremdenfeindlichkeit der blauschwarzen Bundesregierung einmal mehr unter Beweis. Der sogenannte "Integrationsvertrag" sieht Pflichten, aber keine Rechte für MigrantInnen vor. Aus den jahrelangen Erfahrungen in der Betreuung ausländischer Studierender lehnt die ÖH Uni Wien die Gesetzesänderung ab.

"Die Bereitschaft, Deutsch zu lernen, ist enorm. Die von uns organisierten Deutsch-Kurse haben regen Zulauf.", erklärt Didar Can vom Referat für ausländische Studierenden der ÖH Uni Wien. "Aber es kann nicht angehen, dass die Regierung MigrantInnen zu derartigen Kursen mit einer Unterschrift unter diesem fragwürdigen Integrationsvertrag zwingt, noch dazu, wenn die Betroffenen die Kosten zur Hälfte oder sogar ganz übernehmen müssen. Woher sollten die das Geld haben?", so Can.

Außerdem stellt Can die im Integrations-Paket vorgeschriebenen Deutsch-Kurse generell in Frage: "Im Gesetz ist nicht einmal eine Einstufung der Deutsch-Kenntnisse vorgesehen. Die Leute kommen mit vollkommen unterschiedlichen Niveaus nach Österreich. Manche sind sogar Analphabeten. Einen Deutschkurs von 100 Stunden willkürlich zu verordnen ist daher nicht zielführend. Und es weiß keiner, wie die Kurse selbst eigentlich aussehen sollen. Offensichtlich ist es das erklärte Ziel, noch mehr Schwierigkeiten zu schaffen, anstatt endlich mit einigen Hürden aufzuräumen", ärgert sich Can.

Ausländische Studierende zahlen in Österreich die doppelte Studiengebühr, müssen jedes Jahr 5.000 Euro auf ihrem Konto nachweisen, erhalten aber keine Arbeitsgenehmigung und sind auch bei den ÖH-Wahlen nicht wahlberechtigt. "Es wäre sinnvoll, die ÖH-Deutschkurse zumindest für den Vorstudienlehrgang anzuerkennen. Denn die derzeit abverlangten Kurse sind für ausländische Studierenden viel zu teuer.", so Can abschließend.

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OTS0147 2002-07-10/13:12

101312 Jul 02

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