AKNÖ nimmt Fertighaus-Parks unter die Lupe, Teil 2

Dubioses Finanzierungsangebot: 9.000 Schilling Rückzahlungsrate für einen Kredit von 2,3 Millionen bei einer Laufzeit von 20 Jahren!!!

Wien(AKNÖ) - Um die 145.345,67 Euro (2 Millionen Schilling) muss man im
Normalfall für ein schlüsselfertiges Fertigteilhaus von ca. 150 qm mit ausgebautem Keller einplanen. Billiger bekommt man das Haus nur, wenn die Anbieter mit preiswerten Angeboten locken. Nicht immer rückten die Verkaufsberater gleich mit diesen Sonderangeboten heraus. Außerdem gibt es saisonbedingt immer wieder andere Preiszuckerl: Lockte der eine Anbieter mit einer günstigen Küche von einem renommierten Küchenhersteller, versuchten andere mit alternativen Heizformen - wie etwa einer Pelletsheizung - zu ködern.

Überrascht waren die AKNÖ-Erheber über die Tatsache, dass Massivhäuser nicht um vieles teurer angeboten wurden. Im Schnitt musste man mit knapp 21.801,85 Euro (300.000 Schilling) mehr rechnen.

Auch die Bauzeit, von Entstehen des Einreichplans bis zur Fertigstellung des Hauses, war bei allen Anbietern ähnlich. Österreichische Qualität wird in den Fertighaus-Zentren groß geschrieben: Die Anbieter in den Fertighausparks und auch die Zulieferfirmen sind zu einem überwiegenden Anteil heimisch.

Als zukünftiger Hausbesitzer wollte man auf gar keinen Fall auf den Keller verzichten. Dieser sollte ebenfalls voll ausgebaut sein, das heißt mit allen elektrischen und wassertechnischen Anschlüssen. Um die 36.336,42 und 43.603,70 Euro (500.000 bis 600.000 Schilling) verlangten die Anbieter für einen solchen schlüsselfertigen Keller. So viel Geld für einen Keller wollten die Tester nicht ausgeben. Auf die Frage, ob es den Keller nicht auch billiger geben würde, hatten 2 Berater Firmen in petto, die den Keller auch billiger anbieten würden. "Ich hab aber nie nachgefragt, warum die so billig sind", war die Antwort auf die Frage, warum es denn doch preisgünstiger geht.

Von Banken und freien Finanzberatern 145.345,67 Euro (2 Millionen Schilling) oder mehr müssen erst einmal aufgetrieben werden. Die Berater arbeiten zum Teil eng mit Kreditinstituten aber auch mit Finanzberatern zusammen. Ziel der Erhebung war es nicht nur die Kundenberater, sondern auch die empfohlenen Finanzberater unter die Lupe zu nehmen. Besonders kritisch wurden die angebotenen Finanzierungsformen beäugt und ob die Finanzberater auch allfällige Förderungen berücksichtigten. Auffällig war, dass bei den selbständigen Beratern Fremdwährungskredite sehr beliebt waren.

Der Tipp der Konsumentenschützer:
· Lassen Sie solche Angebote unbedingt von unabhängigen Experten
prüfen und vermeiden Sie einen Vertragsabschluss unter Zeitdruck.

Positiv sieht Kreditexperte Martin Hofecker in dieser Sache das Verhalten der Banken. Mehrheitlich gehen sie bezüglich der Fremdwährungskredite äußerst restriktiv vor, wie ein großangelegter Test gezeigt hat.

Grundsätzlich meint der Konsumentenschützer: "Ein Fremdwährungskredit ist ein Finanzierungsinstrument für Profis, die bereit sind, eine gewisses Risiko einzugehen und dafür auch höhere Spesen in Kauf zu nehmen, mit der Aussicht, Gewinne aus dieser Währungsspekulation zu lukrieren." Es habe jedenfalls keinen Sinn, deshalb einen Fremdwährungskredit aufzunehmen, weil man sich die Euro-Rate nicht leisten kann. Ganz im Gegenteil. "Ich würde raten, nur dann einen Fremdwährungskredit aufzunehmen, wenn man sich auch die Euro-Rate locker leisten kann und man sich der Möglichkeit, finanzielle Verluste zu erleiden, bewusst ist", meint Hofecker. Hofecker weiter: "Wenn man Pech hat, hat man aufgrund der Kursschwankungen praktisch über Nacht 10 bis 15 Prozent höhere Schulden."

Förderungen und k-Wert Das Land Niederösterreich hat per 1.1.2002 die Höhe der Eigenheimförderung ganz wesentlich von der sogenannten Energiekennzahl (k-Wert) abhängig gemacht. Der Ausstoß von Kohlendioxid in Eigenheimen soll zum einen reduziert werden, zum andern sollen in direkter Folge Heizkosten eingespart werden. Die Höhe der Fördermittel wird künftig abhängig sein vom Heizenergiebedarf je Quadratmeter Wohnnutzfläche. Fertigteilhäuser haben auf Grund ihrer Bauweise einen sehr niedrigen k-Wert. Ein Vorteil, um künftig in den Genuss der Eigenheimförderung zu kommen. Zusätzlich zur Basisförderung (14.600 € bis 21.900 €) kann noch um eine Familienförderung (abhängig vom Familienstand) bzw. um Superförderung angesucht werden. Die Möglichkeit der Erlangung einer zusätzlichen Förderung besteht, wenn z.B. der Einbau von Heizanlagen für biogene Brennstoffe, Einbau kontrollierter Luftwärmerückgewinnung etc. vorgesehen.

Leistungen der AKNÖ Mit den Experten der NÖ Arbeiterkammer haben zukünftige Häuslbauer – und -besitzer einen starken Partner an ihrer Seite.

Folgende Leistungen gibt es für AK-Mitglieder:
· Eine umfassende Bauberatung (Bauhandbuch)
· Überprüfung der Allgemeinen Geschäftsbedingungen
· Energieberatung
· Förderungs- und Finanzierungsberatung

Die Tester:
Ein Ehepaar mit einem Sohn
Verdienst (brutto): Frau: 1.889,49 € (26.000 S); Mann: 2.107,51 € (29.000 S)
Grundstück vorhanden
Eigenmittel in der Höhe von 21.801,85 € (300.000 S) Bausparverträge vorhanden

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101127 Jul 02

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