WGKK 2: Jede Woche erkranken 18 Wienerinnen an Brustkrebs

Früherkennung und brusterhaltende Therapie im Vormarsch

Wien (OTS) - Der besondere gesundheitspolitische Stellenwert von neuen Früherkennungs- und Behandlungskonzepten wird durch einen Blick auf die epidemiologischen Eckdaten offenkundig:

+ Brustkrebs ist die mit Abstand häufigste Krebserkrankung bei Frauen. In Wien erkranken jährlich fast 1.000 Frauen an Brustkrebs oder rund 18 Wienerinnen pro Woche.

+ Über 400 Wienerinnen - oder 8 pro Woche - sterben an dieser Krankheit. Brustkrebs ist die häufigste Krebstodesursache bei Frauen. Und das, obwohl die Brustkrebs-Sterblichkeitsrate in Österreich in den letzten zehn Jahren zurückgegangen ist und unter dem EU-Durchschnitt liegt.

+ Das Risiko für eine Frau, im Laufe ihres Lebens an Brustkrebs zu erkranken beträgt 10 bis 12 Prozent. Die Brustkrebs-Neuerkrankungsrate in Wien ist seit 1995 zwar etwas angestiegen, liegt aber deutlich unter dem Wert von ganz Österreich. Der Österreich-Wert liegt wiederum deutlich unter dem europäischen Durchschnitt.

Brustzentren: Höhere Überlebensrate, mehr brusterhaltende Therapien

Durch den medizinischen Fortschritt konnten die Folgen der Brustkrebserkrankung für die Frauen abgemildert werden. Abzulesen ist dieser Trend an den Indikatoren "Überlebensrate" und "Amputationsrate". Diese beiden Kenngrößen informieren über die Länge und die Qualität des weiteren Lebens der Betroffenen:

+ Aktuellen Studien zufolge hat sich die Drei-Jahres-Überlebensrate von 15 Prozent Ende der 70er Jahre auf 61 Prozent Ende der 90er Jahre erhöht. Die Fünf-Jahres-Überlebensrate ist im selben Zeitraum von 10 auf 40 Prozent gestiegen.

+ In Brustzentren wie im Hanusch-Krankenhaus konnte durch verstärkte Früherkennungsmaßnahmen und neue Begleittherapien (Bestrahlungstherapie, medikamentöse Therapie) die Rate der Brustamputationen drastisch gesenkt und die Rate der brusterhaltenden Eingriffe deutlich erhöht werden. Trotz der starken Zurückdrängung der Totaloperationen - die für viele betroffene Frauen eine starke psychische Belastung für ihr weiteres Leben darstellen - konnte die Lokalrezidivrate ebenfalls gesenkt werden. Ein Indiz dafür, dass schonendere Operationen die dauerhaften Heilungschancen nicht schmälern.

Eine qualitative Betrachtung der individuellen Situation der Patientinnen zeigt, dass oft schon der Verdacht auf Brustkrebs den Frauen einen doppelten Alptraum beschert: Die Bedrohung des Lebens und die Bedrohung der geschlechtsspezifischen körperlichen und seelischen Integrität.

WGKK führend bei Früherkennung und Behandlung von Brustkrebs

Seit dem 2001 läuft in Wien das größte europäische Brustkrebsfrüherkennungsprogramm unter dem Motto "Die Klügere sieht nach". Im Rahmen dieser Initiative, die gemeinsam von der WGKK, der Stadt Wien und der Ärztekammer für Wien getragen wird, erhalten alle 50- bis 70jährigen Wienerinnen eine persönliche Einladung zur Mammographieuntersuchung.

Mammographie ist bis dato die einzige wirksame Methode, um Brustkrebs sekundärpräventiv in möglichst frühem Stadium zu entdecken - noch bevor er tastbar ist! So kann brusterhaltend operiert und physisch wie psychisch wenig belastend für die Betroffenen behandelt und geheilt werden. Experten haben ermittelt, daß 25 bis 30 Prozent der tödlichen Brustkrebserkrankungen durch regelmäßige Vorsorge verhindert werden könnten.

Je früher Brustkrebs erkannt wird, desto größer sind die Heilungschancen.

Brustkrebsfrüherkennungsprogramm sehr erfolgreich

Die ersten Evaluationsergebnisse dieses Programmes bestätigen die hohen Erwartungen:

+ Seit Start des Programms sind die Mammographie-Früherkennungsuntersuchungen bei der Zielgruppe der 50-bis 69jährigen um 39,2 Prozent angestiegen.

+ Der Anteil der Frauen in der Zielgruppe, die innerhalb von zwei Jahren mindestens ein mal bei der Mammographieuntersuchung waren, stieg von 47,2 % auf 67,1 %.

+ Wie beabsichtigt, konnten mit dem Programm vor allem jene Frauen erreicht werden, deren letzte Mammographie bereits längere Zeit zurückliegt.

+ Durch das Programm konnten besonders sozial benachteiligte Frauen zur Mammographie gewonnen werden.

+ Die Qualitätssteigerung bei der Befundung konnte verbessert werden: Die Falsch-Positiv-Rate liegt sehr niedrig.

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OTS0076 2002-07-10/11:06

101106 Jul 02

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