GLOBAL 2000: "Biovertriebsskandal" keine Krise der Biologischen Landwirtschaft

Betrug bei Biovermarktung muss umgehend geklärt werden - Stärkung der Biolandwirtschaft ist einziger Ausweg aus Agrar-und Lebensmittelskandalen - Forderungen zur Bio-Enquete

Wien (OTS) - Die Umweltschutzorganisation GLOBAL 2000 kritisiert scharf die aufgedeckten Missstände bei der Vermarktung von Bioprodukten durch die Ökoland-Vertriebs GmbH. "Dieser unglaubliche Betrug am Konsumenten und an den Biobauern muss umgehend geklärt werden. Der Biovertriebsskandal darf nicht dazu führen, die Biolandwirtschaft als Alternative zum konventionellen Landwirtschaftssystem zu schwächen", so GLOBAL 2000-Landwirtschaftsexpertin Iris Strutzmann. "Die Skandale der konventionellen Landwirtschaft haben das Vertrauen der Konsumenten erschüttert. Die Stärkung der Biolandwirtschaft ist deshalb der einzige Ausweg aus der permanenten Bedrohung der Lebensmittelsicherheit durch den Einsatz von Pestiziden, Antibiotika oder Gentechnik", so Strutzmann. "In der Biologischen Landwirtschaft sind schon jetzt beispielhafte Kontrollen verwirklicht - jeder Hof wird jedes Jahr mindestens ein Mal völlig durchgecheckt." Nur durch die strenge Prüfung der hohen Qualitätsanforderungen in der Biolandwirtschaft konnte überhaupt entdeckt werden, dass die fälschlich als Bioprodukte in den Handel gelangten Lebensmittel aus der konventionellen Produktion stammen. Die konventionelle Landwirtschaft wird im Gegensatz zur Bioproduktion kaum untersucht. "Nur rund fünf Prozent der konventionellen Höfe werden pro Jahr im Hinblick auf den regulären Einsatz von Pestiziden überprüft", kritisiert Strutzmann.

Deshalb fordert GLOBAL 2000 anlässlich der heutigen Bio-Enquete:

  • Steigerung der Biologischen Landwirtschaft in Österreich auf 20 Prozent der Anbaufläche bis 2005
  • Aufbau und Finanzierung von regionalen Vermarktungsstrukturen in der Biolandwirtschaft
  • Die Gentechnikfreie Zone Österreich zum Schutz der Biolandwirtschaft vor Genverschmutzung
  • Im Rahmen der Ernährungsagentur müssen lückenlose Kontrollen auf jedem Hof auch für die konventionelle Landwirtschaft durchgeführt werden

Rückfragen & Kontakt:

Iris Strutzmann
Tel.: 0664/308 65 47

Simone Bräuer
Tel.: 0664/501 20 85

Andreas Baur
Tel.: 0664/103 24 23

***OTS-ORIGINALTEXT UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER
VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS ***

OTS0026 2002-07-10/09:36

100936 Jul 02

GLOBAL 2000

OTS-ORIGINALTEXT PRESSEAUSSENDUNG UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS | GLL/OTS