"Kleine Zeitung" Kommentar: "Geiselhaft" (von Erwin Zankel)

Ausgabe vom 09.07.2002

Graz (OTS) - Die Affäre um den Kärntner Hinterbänkler Reinhart Gaugg entwickelt sich zur unendlichen Geschichte. Er hält nicht nur die Verantwortlichen der Sozialversicherung von wichtigeren Arbeiten ab, zum Beispiel der Sanierung der Krankenkassen. Er hat auch eine ganze Regierungspartei in Geiselhaft genommen. Er tanzt der Vizekanzlerin auf der Nase herum und macht den Klubobmann zum Hampelmann.

Seit Wochen feilscht Gaugg um einen Sondervertrag als stellvertretender Generaldirektor der Pensionsversicherungsanstalt. Er lässt auch jetzt nicht locker, nachdem seine unverschämten Forderungen nach Befreiung von der Dienstprüfung, nach einem besonderen Kündigungsschutz und - als Parlamentarier hat er schon ausgesorgt - einer Gehaltsaufstockung für den Pensionsverzicht abgeschmettert wurden.

Ob Gaugg, die Extrawurst ausdrücklich verlangt hat, tut nichts zur Sache. Er spielte nie mit offenen Karten und glaubte, sich aus allen Töpfen bedienen zu können.

Wie lange wollen Susanne Riess-Passer und Peter Westenthaler dem Treiben ihres Abgeordneten noch tatenlos zusehen? Mit Reinhart Gaugg wird aus der FPÖ die Partei der Privilegienritter. ****

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