Ferrero-Waldner: Keine Entwicklung, kein Umweltschutz ohne Armutsbekämpfung

"Ich werde alles dafür tun, damit die Chance von Johannesburg auch genützt wird"

Wien (OTS) - Anlässlich der Dialogkonferenz "Nachhaltigkeit als globale Verantwortung" verwies Außenministerin Benita Ferrero-Waldner bei einer gemeinsamen Pressekonferenz mit Umweltminister Wilhelm Molterer und dem Sonderbeauftragten des UN-Generalsekretärs für den Weltgipfel zur Nachhaltigen Entwicklung, Jan Pronk, eindringlich auf den Zusammenhang zwischen Entwicklung, Umweltschutz und Armutsbekämpfung.

"Alle erfolgreichen Umstürze der letzten Jahre fanden in Saaten mit einem Pro-Kopf Einkommen von weniger als $ 1.000,--/Jahr statt". Umstürze, Staatsstreiche und Gewalt würden aber letztlich jede Entwicklung und damit in weiterer Konsequenz auch den Umweltschutz verhindern. Umweltzerstörung geschehe oft nicht aus Unverständnis, sondern vielmehr "aus der Not heraus". Österreich habe daher die drei Ziele Armutsbekämpfung-Friede-Umwelt bewusst in das Zentrum seiner Bemühungen gestellt.

In der Vorbereitung des Johannesburggipfels sei bisher schon einiges erreicht worden: Energie werde als eines der wichtigsten Entwicklungsthemen anerkannt werden, die Millenniumserklärung der Vereinten Nationen werde neuerlich als dringende Verpflichtung hervorgehoben und die Alpenkonvention werde international anerkannt werden. Dennoch bleibe noch viel zu tun. Österreich müsse z.B. die Mittel für die Entwicklungshilfe anheben, bis spätestens 2006 auf 0,33 % des BIP.

Zwei Schwerpunktbereiche in Johannesburg werden Wasser und Energie sein. "Alle 8 Sekunden stirbt ein Kind, weil es verseuchtes Wasser trinken musste", so die Außenministerin. Die Verfügbarkeit von Trinkwasser sei daher von größter Bedeutung. Mehr als 7 % der österreichischen Entwicklungshilfemittel würden im Wassersektor ausgegeben, Österreich liege damit unter den 15 EU-Staaten an dritter Stelle. Unter anderem betreibe Österreich Wasserprogramme in Uganda, Mozambique, Kenia und Kap Verde und habe mit diesen Projekten für Zehntausende von Menschen die Wasserversorgung sichergestellt.

Im Bereich der erneuerbaren Energie habe Österreich weltweit einen Spitzenplatz. Es sei daher für Österreich von besonderer Bedeutung, so Ferrrero-Waldner, "die Energiefrage international zu verankern und zu thematisieren."

Für die Entwicklungszusammenarbeit brauche man einen "langen Atem", also langfristige Strategien. "Wir haben diesen langen Atem und ich werde alles dafür tun, damit die Chance von Johannesburg auch genützt wird", schloss die Außenministerin.

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