Wiener Grüne/Spekulationsfall 13: Immobilienhändler lieben Wiener Wohnen

Ellensohn: "Rechnungshof hat nicht verlangt, dass Immobilien verschenkt werden"

Wien (Grüne) - "Kaufen, halbes Jahr neuen Käufer suchen, verkaufen, ein Plus von 168.000 Euro verbuchen. So einfach ist das Immobiliengeschäft, wenn der Partner Wiener Wohnen heißt und sich locker über den Verhandlungstisch ziehen lässt", erklärt David Ellensohn, Wohnbausprecher der Wiener Grünen, warum die Immobilien-Branche so gerne mit Wiener Wohnen über den Abverkauf von Gemeindewohnungen verhandelt.

Das Städtische Wohnhaus in der Breitenseer Straße 13 im 14. Bezirk diente der Stadt während des U3-Ausbaus teilweise als Bürogebäude. Diese Räumlichkeiten wurden im Zuge des Verkaufs aufgegeben, die "Ing. Egon Probst Immobilien GmbH" erhielt für 442.000 Euro ein Haus mit den Eckdaten: 400 m² Gebäudefläche, 1.130 m² Nutzfläche, Dachbodenausbau noch nicht erfolgt, erstes Obergeschoss und Hochparterre praktisch leerstehend. Ein knappes halbes Jahr später, im April 2001, wird das Haus weiterverkauft.

Dieser Verkauf ging also nach dem bereits bekannten Muster vor sich:
Wiener Wohnen verkauft ein Objekt an eine Immobiliengesellschaft, diese verkauft innerhalb kürzester Zeit mit beträchtlichem Gewinn -dieses Mal 168.000 Euro in 6 Monaten - weiter. Das ist das gute Recht der Probst Immobilien GmbH, die sich über ein tolles Geschäft freut. "Danke, Herr Stadtrat."

Die neue Eigentümerin der Liegenschaft ist die "Objekt Breitenseer Straße 13 L.B.V. Liegenschaftsverwaltung GmbH & Co KEG". Hinter dieser Firma steht unter anderem die "L.B.V. Liegenschaftsverwaltung GmbH", deren Anteile wiederum zu 100% von der "Premium Immobilien Beteiligung AG" gehalten werden. Diese Premium Immobilien beschäftigte bereits einschlägige Stellen der Stadt Wien. 1999 wurde diese Firma in der Problem- und Spekulationshausliste der Mobilen Gebietsbetreuung mit einem 20-Wohnungen-Objekt im 18. Bezirk eingetragen. Die Probleme: "Scheinuntermieten, Anlageobjekt". Laut der Jahres-Liste 2000 gab es in eben diesem Haus dieselben Probleme, als Eigentümerin ist in diesem Jahr eine "Objekt Lacknergasse 67 L.B.V. Liegenschaftsbereitstellungs und -verwertungs GmbH & Co KEG" eingetragen. 2000 gab es auch eine Eintragung für ein Haus in der Millergasse in Mariahilf u. a. wegen Absiedlungs- und Kündigungsversuchen, die Eigentümerin diesmal: "L.B.V. Liegenschaftsbereitstellungs und -verwertungs GmbH". Hinter all diesen Firmen steht die "Premuim AG", die offensichtlich quer durch Wien aus Wohnhäusern Anlageobjekte macht.

"Die Umsetzung der Empfehlung, kleine, atypische Gemeindebauten zu verkaufen, hat sich der Rechnungshof so wohl nicht vorgestellt", konstatiert Ellenohn. Immobilienfirmen verdienen auf Kosten des Stadtvermögens, ehemalige GemeindemieterInnen und die Stadt Wien, die wieder Beratung und Hilfe leisten muss, zahlen drauf. Wiener Wohnen und der verantwortliche Stadtrat sollten in so sensiblen Bereichen, wie es der Verkauf Städtischer Wohnhäuser ist, wesentlich verantwortungsvoller vorgehen. Ellensohn: " Für mich leistet Stadtrat Faymann Rechnungshof blinden Gehorsam."

Die Wiener Grünen fordern die Offenlegung der Vorgänge rund um die dilettantischen Verkäufe von Städtischen Wohnhäusern durch SP-Stadtrat Werner Faymann. Zudem haben wir das Kontrollamt eingeschaltet", so Ellensohn abschließend.

Genau Daten und Fotos zu allen Spekulationshäusern finden Sie auf wien.gruene.at

Rückfragen & Kontakt:

***OTS-ORIGINALTEXT UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER
VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS ***

OTS0069 2002-07-08/11:30

081130 Jul 02

Pressereferat des Grünen Klubs im Wiener Rathaus
Mag. Heike Warmuth
Tel.: (0043-1) 4000 - 81814
http://wien.gruene.at

OTS-ORIGINALTEXT PRESSEAUSSENDUNG UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS | GKR/Grüne