AKNÖ erhob Preise bei Fleisch: Durchschnittliche Preisunterschiede bei über 100 (!) Prozent

Hygieneerhebung brachte erschreckende Ergebnisse zu Tage.

Wien (AKNÖ) - Die Niederösterreichische Arbeiterkammer (AKNÖ) hat eine Preiserhebung in Niederösterreich durchgeführt. Erhoben wurden die Preise für Fleisch und Wurstwaren in 253 Supermärkten und Fleischereien. Das Ergebnis zeigt, dass es gewaltige Preisunterschiede gibt: So kostet ein Kilo Schopfbraten geschnitten zwischen 3,63 Euro (49,95 Schilling) und 14,10 Euro (194 Schilling). Das ist eine Differenz von 288 Prozent. Für den Leiter der AKNÖ-Konsumentenberatung, Günther La Garde, sind diese gewaltigen Preisdifferenzen nicht nachvollziehbar. "Bei dieser Zahl handelt es sich um einen absoluten Ausreißer, aber generell liegt der durchschnittliche Preisunterschied über 100 Prozent!"

Anbei einige Details der Erhebung: Ein Kilo Schweinskotelett kostet zwischen 4,35 und 14,10 Euro. Das ist ein Preisunterschied von satten 223,87 Prozent. Für ein Kilo Bauchfleisch geschnitten muss man zwischen 2,76 (37,98 Schilling) und 7,92 Euro(108,98 Schilling) bezahlen. Da macht die Differenz 186,84 Prozent aus. Bescheidene 115,36 Prozent beträgt der Preisunterschied bei einem Kilo Rindsgulaschfleisch – zwischen 4,35 (59,86 Schilling) und 9,37 Euro (128,93 Schilling) muss der Verbraucher dafür berappen. Der Fleischer ums Eck muss nicht unbedingt teurer sein, das hat die Erhebung gezeigt. La Garde: "Was aber viele Konsumenten beim Fleischer schätzen, ist die Tatsache, dass er weiß, woher er sein Fleisch bezieht. Den Bauern vielleicht sogar persönlich kennt. Nach den diversen Fleischskandalen ein nicht unerhebliches Auswahlkriterium für viele Konsumenten."
Auch Biofleisch muss nicht unbedingt teurer sein. Allerdings bieten von den 104 Fleischereien nur 12 deklariertes Biofleisch an, von den 149 Supermärkten nur 28.
Teuer aber sind die Preise für Schweine- und Rindfleisch noch immer. Dazu La Garde: "Es ist zwar erfreulich, dass die Preise für Schweinefleisch (zwischen 2,98 und 10,64 %) ebenso wie die Preise für Putenfleisch (zwischen 1,65 und 3,34 Prozent) gesunken sind. Allerdings darf man nicht vergessen, dass im Zuge von BSE und Schweinemastskandal die Verbraucherpreise empfindlich in die Höhe geschnellt sind und sich auf einem absoluten Höchststand befunden haben. Nicht erklärbar hingegen ist, warum die Preise für Rindfleisch eine Steigerung von 1,92 bis 3,87 Prozent erfahren haben. Denn seit der BSE-Krise sind diese Preise nie wirklich gesenkt worden."

Forderung nach verbindlichen Hygienevorschriften

Im Zuge der Preiserhebung wurde auch darauf geachtet, wie genau man es in Fleischerein und den Feinkostabteilungen der Supermärkte mit der Hygiene nimmt. Das Ergebnis war alles andere als erfreulich. Nur in 29 der 101 Fleischereien verwendeten die Mitarbeiter Einweghandschuhe. Im Lebensmittelhandel schaut es schon ein wenig besser aus. Von den 124 Lebensmittelhändlern, die im Zuge der Erhebung unter die Lupe genommen wurden, verwendeten 62 bei der Bedienung Einweghandschuhe. Doch für die AKNÖ-Konsumentenschützer noch immer nicht genug. Vielfach bedient das Servicepersonal auch gleich die Kasse und hantiert mit Geldscheinen und –münzen. Nicht sehr hygienisch, betont La Garde und findet damit eine wesentliche Kritik von zahlreichen Konsumentenanrufen bestätigt. Um konsumentenfreundlich und auch im Sinne von hohen Hygienestandards zu agieren, fordern die AKNÖ-Konsumentenschützer, dass das Tragen von Einweghandschuhen verbindlich wird.

Die Endergebnisse des Fleisch-Preisvergleichs können Sie unter 01/ 58883-1453 anfordern.

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