Pressestimmen/Vorausmeldung/Stadler

Klagenfurt (OTS) - Neue "KÄRNTNER TAGESZEITUNG" Kommentar: Die Gefahr von Vergleichen=

Utl.: Ausgabe vom 7. Juli 2002=

Massive Kritik an seinen Aussagen bei einer
Sonnwendfeier erntet Ewald Stadler nun von Verfassungsrechtler Heinz Mayer. Er verwies auf die Unabhängigkeit eines Volksanwalts, die nicht dazu missbraucht werden darf, sich parteipolitisch im Extrembereich zu bewegen. Stadler instrumentalisierte genau dieses Amt, um eine gefährliche Ideologie zu reproduzieren.

Es ist ja nicht das erste Mal, dass die Freiheitlichen versuchen, der Kritik an einem menschenverachtenden System durch eine wahre Flut an Vergleichen den Wind aus den Segeln zu nehmen. Die NS-Zeit wird mit der Besatzungszeit vermengt, sodass nichts mehr in seiner historischen Dimension erkennbar ist. Eine scharfe Analyse historischer Ereignisse kann jedoch nur möglich sein, wenn sie konkret in ihrer Eigenart wahrgenommen werden.

Stadler nennt die Bewertung "welches Regime" schlimmer war, die Nazis oder die Alliierten, für "unanständig". Wenn er "diese Aufrechnerei, der eine Massenmord war besser als der andere", für "widerwärtig" hält, so geißelt er sich selbst. Der Volksanwalt rechnet nämlich auf, in dem er unlautere Vergleiche anstellt. Zu welch verzerrter Sicht der Geschichte eine solche Methode führt, zeigt sich an dem Zitat: Die Alliierten werden ihrer Befreierrolle einfach entkleidet, indem man ihnen den Stempel des Massenmords überstülpt.

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OTS0038 2002-07-06/18:21

061821 Jul 02

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