Petrovic: EVN-Beteiligung an AKW schadet Österreichs Anti-AKW-Politik Utl: Skandalöse Anfragebeantwortung von Schüssel und Bartenstein

Wien (OTS) "Es ist schlichtweg skandalös und zeugt von fahrlässiger Ignoranz, wenn Schüssel und Bartenstein behaupten, die Beteiligung des niederösterreichischen Energieversorgers EVN an den Geschäften der Atomindustrie hätte keine Auswirkungen auf die österreichische Anti-Atom-Politik", kritisiert Madeleine Petrovic, stv. Bundessprecherin der Grünen, die Beantwortung ihrer parlamentarischen Anfrage zur Beteiligung der niederösterreichischen EVN an zwei Schweizer Atomkraftwerke durch Bundeskanzler Schüssel und Wirtschaftsminister Bartenstein. Nun droht sogar eine bis zu 40-prozentige Übernahme der EVN durch den französischen Atomriesen EdF, wie die Presse am 3. Juli berichtete. "Wenn der niederösterreichische Landeshauptmann Pröll diesem Deal nicht entgegentritt, dann ist sein Temelin-Engagement keinen Pfifferling mehr wert", so Petrovic.

"Die Verflechtung österreichischer Energieunternehmen mit Atomkonzernen untergräbt nämlich massiv die Glaubwürdigkeit der heimischen Anti-Atom-Politik. Denn das angebliche Engagement der Bundesregierung gegen grenznahe Atomanlagen wie Temelin wird durch die stillschweigende Duldung von Milliardengeschäften heimischer, zum Teil in öffentlicher Hand befindlicher Unternehmen mit Atomkonzernen schwer geschädigt", so Petrovic.

"Die Atom-Affäre der EVN ist der traurige Höhepunkt einer seit Jahren verfehlten Energiepolitik, die sich immer mehr unter die Kontrolle internationaler Atomkonzerne begibt. Dass Bundeskanzler und Wirtschaftsminister dies widerstandslos hinnehmen ist ein Armutszeugnis", so Petrovic.

Als einziger österreichischer Energieversorger ist die EVN, die zu 51 Prozent im Besitz des Landes Niederösterreich steht, an zwei Kernkraftwerken in der Schweiz beteiligt - darunter an dem wegen Sicherheitsproblemen bereits mehrfach von Schließung bedrohten Atommeiler Leibstadt. Im Oktober 1998 hat die EVN um damals mehr als eine Milliarde Schilling fünf Prozent des Schweizer Stromriesen ATEL (Aare Tessin AG für Elektrizität) erworben. Inzwischen hat die EVN weitere ATEL-Anteile gekauft und besitzt derzeit 6,86 Prozent.

In Antwort auf eine parlamentarische Anfrage von Madeleine Petrovic, welche Auswirkungen die EVN-Beteiligung an Schweizer Atomkraftwerken habe, haben Bundeskanzler und Wirtschaftsminister nun geantwortet, dass dies keinen Einfluss auf die österreichische Anti-Atompolitik habe.

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