Polen: Bulletin Kultur

Julian Palka gestorben

Wien (OTS) - Am 20. Juni ist Julian Palka gestorben, einer der hervorragendsten polnischen Grafiker, der zu den Vertretern der polnischen Plakatschule gehört. "Er war einer der Pfeiler der Warschauer Akademie für Schöne Künste. Nach herausragenden Grafikern und Pädagogen gefragt, habe ich seinen Namen automatisch neben Henryk Tomaszewski genannt. Er war eine große Individualität, dabei aber ein warmer, bescheidener Mensch. Schon als Rentner ist er jedes Jahr zur Ausstellung unserer Studenten erschienen", sagte Adam Myjak, der Rektor der Akademie für Schöne Künste. Julian Palka war seit einigen Jahren schwer krank, trotzdem vernachlässigte er seine Pflichten an der Europäischen Kunstakademie nicht, an der er seit 1993 unterrichtete. 1923 in Posen (Poznan) geboren, studierte er an der Akademie für Schöne Künste. Sein Diplom verteidigte er 1951, zwei Jahre später nahm er eine Arbeit an seiner Hochschule an, die er zwei Amtsperioden lang als Rektor leitete. Auf der Internationalen Plakatbiennale in Warschau (1968) und der Gesamtpolnischen Biennale in Kattowitz (Katowice,1967) wurde ihm die Goldmedaille verliehen. Er beschäftigte sich darüber hinaus mit Ausstellungswesen und entwarf die polnischen Pavillons auf internationalen Messen. Er arbeitete auch an der Projektierung des Denkmals des Märtyrertums, das sich auf dem Gelände des ehemaligen Konzentrationslagers Auschwitz befindet, sowie des Denkmals zu Ehren der Verteidigung Warschaus 1939, mit.

O.N.A. in London

Am 25. Juni fand im Musikklub Borderline in London ein Werbeauftritt von Agnieszka Chylinska mit der Gruppe O.N.A. statt. Die Sängerin wird in Kürze nach New York reisen.

Orgel- und Kammermusik

In der Basilika der Bernhardiner in Lezajsk, in der sich eine berühmte Barockorgel aus dem 17. Jahrhundert befindet, dauert das XI Internationale Festival für Orgel- und Kammermusik. Das Festival wurde für die gesamten Ferien geplant, die Konzerte werden jeden Montag stattfinden. Die Programmbetreuung übernahm in diesem Jahr der hervorragende Organist Jozef Serafin.

Sommerkonzerte der Stars

Die Ferien sind seit eh und je eine Zeit der Musikkonzerte. In Polen treten die namhaften Gitarristen Joe Satriani und Gary Moore, The Chemical Brothers, die zu den größten Stars der Technomusik gehören, auf, singen wird auch Patti Smith. In Zoppot (Sopot) werden Zuccero und Garou auftreten.

Die jüdische Welt in Krakau

Im Museum für Fotografiegeschichte in Krakau wurde die Ausstellung "Poyln. Die Welt, die es nicht mehr gibt" eröffnet. Die Ausstellung besteht aus 56 Aufnahmen, die das Leben der polnischen Juden in der Zwischenkriegszeit dokumentieren. Autor der Schwarzweißaufnahmen war Alter Kacyzne - ein aus einer armen jüdischen Familie stammender Publizist, Schriftsteller, Dichter und Fotograf, der am 7. Juni 1941 während des Judenpogroms in Tarnopol ums Leben kam. Die in Krakau ausgestellten Aufnahmen stammen aus dem Archiv des YIVO Institute for Jewish Research in New York.

Neue Attraktionen auf dem Wawel

Zwei weitere Gemächer, die zu den ehemaligen königlichen Appartements gehören, wurden im Königsschloss auf dem Wawel in Krakau zur Besichtigung frei gegeben. Auf einer besonderen touristischen Strecke kann man 14 Gemächer besichtigen, was eine zusätzliche Attraktion des Wawelschlosses darstellt. Der Säulensaal und der daran angrenzende Flur erhielten ihren klassizistischen Charakter zurück, der den Renaissanceinterieurs 1787 anlässlich des Besuchs des Königs Stanislaus August Poniatowski in Krakau verliehen worden war. In dem sorgfältig restaurierten geräumigen Säulensaal, aus dessen Fenstern man das schöne Panorama der Stadt bewundern kann, wurden u.a. elegante klassizistische Möbel aufgestellt - vergoldet, geschnitzt, mit gemustertem Saffianleder überzogen. An den Wänden hängen dagegen einige - eben gründlich restaurierte - hervorragende Porträts. Darunter befinden sich die Bildnisse von Stanislaus August Poniatowski im Krönungsgewand (Replik des Gemäldes von Marcello Bacciarelli) und des sächsischen Kurfürsten Friedrich August aus dem Geschlecht der Wettiner, des Enkels Augusts III. und Herzogs von Warschau in den Jahren 1807-1815, das der berühmte deutsche Porträtist Anton Graff gemalt hat. Im benachbarten Flur zieht unter den Gemälden aus dem 18. Jahrhundert besonders die mächtige "Apotheose Johanns III. Sobieski" von Marcello Bacciarelli die Aufmerksamkeit des Betrachters auf sich. Im Eckschrank wurde so etwas in der Art einer "patriotischen Ecke" eingerichtet. Dort befinden sich u.a. zwei hölzerne Tabakdosen von Tadeusz Kosciuszko (eine mit einer seiner Locken) und ein Miniaturporträt auf Knochen (Aquarell und Gouache) von Jan Rustem, das kürzlich auf einer Versteigerung in Krakau angekauft wurde.

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051138 Jul 02

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