Polen: Wirtschaftsbulletin

IWF über Polen

Wien (OTS) - Der Internationale Währungsfonds veröffentlichte einen Bericht, aus dem hervorgeht, dass Polen auf dem besten Weg zum wirtschaftlichen Wiederaufbau ist. Dabei helfen die erwarteten Effekte der Änderungen in der Fiskal- und Geldpolitik und die voraussichtliche Belebung in der deutschen Wirtschaft. Das sichert der polnischen Wirtschaft praktisch schon in der zweiten Hälfte 2002 eine wesentlich bessere Lage. Die Autoren des Berichts sind der Auffassung, dass der Markt noch auf einige kleine Senkungen der Zinssätze hoffen darf, wenn die Finanzpolitik des Staates sparsam sein und kein Druck auf Lohnerhöhungen ausgeübt wird. Der Bericht, der die Lage in der polnischen Wirtschaft einschätzt, wird alljährlich veröffentlicht, er ist ein Effekt des Aufenthalts des IWF in Polen und der analytischen Einschätzung der Materialien.

Polen -EU

Während des Gipfeltreffens der Staaten der Europäischen Union in Sevilla wurde über die EU-Erweiterung, die Bekämpfung des Zustroms illegaler Einwanderer, die Angelegenheit des Gebiets Kaliningrad und die Reform der Unionsinstitutionen gesprochen. Den zehn EU-Bewerberländern (darunter Polen) wurde versichert, dass sich die Erweiterung bestimmt nicht verzögert. "Diese Länder werden der Union vor den Wahlen zum Europaparlament im Juni 2004 beitreten", erklärten die Regierungschefs der 15 EU-Mitgliedsstaaten. Die Beitrittsverhandlungen Polens und der anderen 9 Beitrittskandidaten gehen im Dezember 2002 zu Ende.

"Die Europäische Union in Reichweite"

Unter dem Motto "Die Europäische Union in Reichweite" wurde die diesjährige - bereits 10. - Große Gala des Business Centre Club (BCC) organisiert. Erstmals war die Messe der Europamedaille Bestandteil der Veranstaltung, wo über zehn Firmen ihre Erzeugnisse und Dienstleistungen, die auch auf dem EU-Markt wettbewerbsfähig sind, präsentierten. Unter den Gewinnern der diesjährigen Diamanten, die 24 Firmen, den Leadern des Polnischen Business, überreicht wurden, überwiegen große auf dem Markt bekannte Firmen wie BPH PBK, Stomil Olsztyn, Commercial Union, Warta, die Möbelfabrik Forte oder die Fleischfabrik Balcerzak & Co.. Die Präsentation der Erzeugnisse und Dienstleistungen der Preisträger der Europamedaille, die seit zwei Jahren vom BCC und dem Amt des Komitees für Europäische Integration verliehen wird, soll ihnen den Kontakt mit potenziellen Kunden ermöglichen. Ihre Stände hatten dort u.a. die Safthersteller (Fortuna und Tymbark), die Produzenten von Bekleidung (Pavo) und Kosmetika (Pollena Ewa). "Wir möchten dem Publikum die Firmen zeigen, die europäisches Niveau aufzuweisen haben", sagte Marek Goliszewski, der Präsident des BCC, und fügte hinzu, dass die Botschafter, Handelsräte und Vertreter der größten EU-Firmen zur Messe eingeladen wurden. Präsident Goliszewski betonte, dass die polnischen Unternehmer in den vergangenen 12 Jahren bewiesen haben, dass sie fleißig und geschickt sind und zu konkurrieren verstehen.

Senkung der Zinssätze

Am 26. Juni senkte der Rat für Geldpolitik alle Zinssätze um einen halben Prozentpunkt. Er senkte auch das Inflationsziel Ende 2002 von 4-6 Prozent auf 2-4 Prozent und legte das gleiche für 2003 fest. Seit dem 27. Juni beträgt der Lombardsatz 11,5 Prozent, der Rediskontsatz 10 Prozent, der Referenzsatz 8,5 Prozent und der Depositensatz 5,5 Prozent. Das ist bereits die zehnte aufeinander folgende Senkung seit 2001. In dieser Zeit ist der grundlegende Referenzsatz auf dem Markt insgesamt um 10,5 Prozentpunkte gefallen. Die Skala der Senkung entspricht den Erwartungen der Wirtschaftsexperten. In der am 25. Juni von der Agentur Reuters durchgeführten Umfrage prognostizierten 10 von 11 Analytikern polnischer und ausländischer Finanzinstitutionen eine Reduktion der Zinssätze um 0,5 Prozentpunkte. Nach Meinung des Präsidenten der Polnischen Nationalbank sprachen folgende Faktoren für die Senkung der Zinssätze:

  • niedrigere Inflationserwartungen,
  • Rückgang der Inflation im Mai,
  • Rückgang der sog. Basisinflation (befreit von der Wirkung der saisonalen und administrativen Faktoren),
  • die schwache Dynamik der Industrieproduktion,
  • das kleine Risiko eines erheblichen Preisauftriebs für Erdöl.

Privatisierungspläne des Schatzministeriums

Am 26. Juni kündigte Schatzminister Wieslaw Kaczmarek in Krakau an, dass die Gesellschaft Ruch S.A. privatisiert werden und 2003 an die Börse gehen muss. Der Ministerrat soll in Bälde ein Vorkonzept der Landestelekommunikationsgruppe erörtern.

Plan der Gruppierung der Energieverteiler

Das Schatzministerium bereitete die endgültige Fassung des Projekts für die Konsolidierung der Energiebetriebe vor. Die Konsolidierung bedeutet die Vereinigung von 23 Energiebetrieben in eine Gruppe -ohne den teilweise privatisierten Oberschlesischen Elektroenergiebetrieb und den Warschauer Energiebetrieb STOEN und den sog. G8 -, deren Aktien ausgeschrieben wurden. Das Ministerium hat vorgeschlagen, die Gesellschaften um fünf Betriebe - aus Posen (Poznan), Breslau (Wroclaw), Krakau, Lublin und Lodz -zusammenzuschließen. Auf jede dieser Gruppen entfallen 13-15 Prozent des polnischen Energieverteilungsmarktes. Jeder der fünf Betriebe, der die Rolle eines Leaders erfüllt, übernimmt Aktien anderer Gesellschaften. Es kommt also zur Inkorporation und Gründung von Konzernen. Als erste soll bis zum Jahresende die Posener Gruppe entstehen. "Zuerst müssen jedoch die Gesellschaften in der Gruppe bewertet werden, damit klar ist, in welchem Grad das Kapital der Posener Firma erhöht werden muss", sagte Dariusz Lubera, der die Gesellschaft für Elektroenergietransport und -verteilung leitet, welche die Energiebetriebe vereint. Der Posener Konzern würde auch als erster 2003 privatisiert werden. 2003 soll die Konsolidierung auch in den anderen Grupppen abgeschlossen werden. Die Arbeitnehmer aller Gesellschaften werden Anspruch auf die Aktien haben - maximal bis zu 15 Prozent, doch die Parität muss im Einzelnen festgelegt werden.

Lebensmittel wieder billiger

Das Statistische Hauptamt gab an, dass die Lebensmittel in der erste Junihälfte um 0,4 Prozent billiger waren als Ende Mai und um 1,4 Prozent billiger als vor einem Monat. Die Preise für Lebensmittel und alkoholfreie Getränke sanken - ohne Obst und Gemüse - um 0,2 Prozent im Vergleich zur zweiten Maihälfte und waren um 0,3 Prozent niedriger als vor einem Monat. Die billiger werdenden Lebensmittel waren der Hauptgrund für den Rückgang der Jahresinflation von 3 Prozent im April auf 1,9 Prozent im Mai. Am 27. Juni sagte der stellvertretende Präsident der Polnischen Nationalbank, Andrzej Bratkowski, dass ein weiterer Rückgang der Lebensmittelpreise im Juni die Inflation auch in diesem Monat drücken kann.

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051108 Jul 02

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