ÖAMTC trainiert künftige Kraftfahrzeugtechniker

Berufsschul-Pilotprojekt "Technik erfahren" vermittelt Qualitätsbewusstsein

Wien (ÖAMTC-Presse) - Am Lehrplatz und in der Berufsschule
bekommen die angehenden Kfz-Techniker Fachwissen und Qualitätsbewusstsein vermittelt. Nur mit dem Bewusstsein, welche Folgen, schlechte Qualität der Arbeit in der Praxis haben kann, werden die Schüler nicht konfrontiert. "Hier haben wir angesetzt und im Rahmen eines Pilotprojektes mit dem ÖAMTC den Schülern die Möglichkeit gegeben, mit eigens präparierten Fahrzeugen selbst zu erleben, wie dramatisch sich technische Defekte auswirken können. Damit haben wir neue Wege des praxisorientierten Lernens beschritten", betont Direktor Markus Fuchs von der Siegfried-Marcus-Berufsschule für Kraftfahrzeugtechnik und Initiator der Aktion "Technik erfahren".

Trotz ständiger Verbesserung der Fahrzeugtechnik ist es mehr denn je notwendig, diverse Zusammenhänge und Auswirkungen bei Schäden, bei mangelhafter Kontrolle und Überprüfung bzw. bei falschen Einstellungen im Gesamten zu erkennen. "Aus dieser Tatsache heraus entstand die Idee, ein spezielles Fachseminar zu entwickeln, dass einerseits die Vorteile moderner Fahrzeugtechnik und deren richtige Anwendung und Bedienung im Straßenverkehr aufzeigt, bei dem man aber andererseits die Auswirkungen von Fehlern, Schäden, falschen Einstellungen, mangelhafter Kontrolle und Überprüfungen im wahrsten Sinne des Wortes auch 'erfahren' kann", so Franz Wurz, Geschäftsführer der ÖAMTC-Fahrsicherheitszentren.

Im Rahmen der gemeinsam von der Siegfried-Marcus-Berufsschule für Kraftfahrtechnik und dem ÖAMTC durchgeführten Projekt "Technik erfahren" konnten an insgesamt vier Tagen rund 70 Schüler der dritten und vierten Berufsschulklassen, die meisten im Alter zwischen 18 und 21 Jahren, im ÖAMTC-Fahrsicherheitszentrum in Teesdorf bei Baden Theoriekenntnisse in der Praxis "erfahren".

Lehrlinge "erfahren" und spüren Mängel an Fahrzeugen

Die angehenden Kfz-Techniker konnten im Rahmen von "Technik erfahren" anhand von mit Mängeln versehenen Autos und Motorrädern in der Fahrpraxis feststellen, welche Auswirkungen eine mangelhafte Wartung haben könnte. Im Berufsschulunterricht wurden typische Fehler in Gebrauchtfahrzeuge eingebaut, und anschließend konnten die Lehrlinge das dadurch entstandene Fehlverhalten am Fahrzeug unter der Anleitung von ÖAMTC-Instruktoren "erfahren" und deutlich spüren.

Bei zwei Autos waren die hinteren beiden Stoßdämpfer defekt, bei zwei weiteren die Spur verstellt und ebenfalls bei zwei Autos das ABS außer Funktion. Außerdem war jeweils bei einem Fahrzeug der Bremskraftregler bzw. ein Bremskreis außer Funktion und bei einem waren vorne die Bremsklötze auf Eisen. Es standen aber auch komplett neue Fahrzeuge ohne Mängel zum Testen zur Verfügung. Ein Tag war dem Schwerpunkt "Motorrad" gewidmet, auch hier wurden bei diversen Motorrädern Fehler eingebaut.

Am Seminartag gab es nach einem Theorieteil mit Technik-Schwerpunkt den umfangreichen Praxisteil, bei dem zuerst alle Übungen mit Fahrzeugen gefahren wurden, die in einem technisch einwandfreien Zustand waren, danach mit Fahrzeugen mit technisch mangelhaften Zustand. "Bedeutung und mögliche Auswirkungen mangelhaft gewarteter Bremssysteme, Stoßdämpfer und Lenkung in 'normalen und kritischen' Fahrsituationen wurden in Theorie und Praxis demonstriert. Ebenso die Auswirkungen auf den Bremsweg bei neuen und bei abgenützten Reifen, sowie das Fahrverhalten mit und ohne ABS, BAS und ESP. Alles bei unterschiedlichen Fahrbahnverhältnissen, auf Gefällestrecken oder in Kurven", erklärt Gerhard Blümel, Leiter des ÖAMTC-Fahrsicherheitszentrum Teesdorf.

Am Nachmittag hatten die Schüler dann die Möglichkeit, auch mit dem eigenen Fahrzeug, im Rahmen eines Fahrsicherheitstrainings die persönlichen und physikalischen Grenzen, denen sie als Lenker von Pkw im Straßenverkehr unterliegen, kennen zu lernen, damit sie Gefahren besser erkennen und vermeiden können. Sie lernten dabei, Gefahrensituationen im Straßenverkehr, in die sie geraten können, bestmöglich zu bewältigen.

"Dieses praxisorientierte Pilotprojekt stieß bei den interessierten Lehrlingen durchwegs auf Begeisterung. Es ist ein wesentlicher Beitrag zur Hebung der Verkehrssicherheit auf unseren Straßen und sollte auch in Zukunft verstärkt in die Ausbildung der angehenden Kfz-Techniker integriert werden", so das Resümee von Berufsschuldirektor Fuchs.

Möglich gemacht hat die Durchführung des Pilotprojektes "Technik erfahren" die Kooperationsbereitschaft und die Unterstützung der Kfz-Innung Wien, des Fachverbandes der Fahrzeugindustrie, sowie Castrol, BP, Porsche Austria, Yamaha, Bosch und Pagid-Bremssysteme.

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(Schluss)
ÖAMTC-Pressestelle/Hannes Kerschl

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051005 Jul 02

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