Pan-Euromed-Zone: Bekleidungsindustrie gegen Ungleichbehandlung der EU-Beitrittswerber

Wien (PWK499) - Seitens der EU wird seit einiger Zeit die
Schaffung eines einheitlichen präferenzzollrechtlichen Wirtschaftsraumes, bestehend aus EU, EFTA, EU-Beitrittskandidaten in Mittel- und Osteuropa sowie nordafrikanischen Mittelmeerstaaten angestrebt. Nach aktuellem Informationsstand ist aber eine tatsächliche Vereinheitlichung der derzeit unterschiedlichen Präferenzzollsysteme nicht wirklich vorgesehen.

Praktische Auswirkung der differierenden Systeme ist die Einschränkung bei der Beschaffung textiler Vormaterialien für Lohnfertigung in Mittel- und Osteuropa. Dies benachteiligt u.a. die österreichische Bekleidungsindustrie, die in diesem Raum ihre Lohnaufträge vergibt, beim Sourcing der Vormaterialien.

"Es ist unvorstellbar, dass auch zukünftig die französischen und italienischen Mitbewerber für ihre Hauptproduktionsländer Tunesien und Marokko bessere Bedingungen abgesichert erhalten als jene Bekleidungsunternehmen, die in den EU-Beitrittswerbern fertigen lassen" zeigt sich KR Ing. Ehrlich, (Firma Sportalm), Obmann des Fachverbandes der Bekleidungsindustrie, verständnislos darüber, dass das Ziel einheitlicher Rahmenbedingungen in Brüssel nur verbal propagiert, aber nicht wirklich angestrebt werde. Die bestehende, für die österreichische Bekleidungsindustrie nachteilige Wettbewerbssituation würde perpetuiert werden.

Der Geschäftsführer des Fachverbandes der Bekleidungsindustrie, Dr. Franz J. Pitnik, verweist darauf, dass innerhalb der geplanten Pan-Euromed-Zone eine Zwei-Klassen-Gesellschaft geschaffen werde, die EU-Beitrittskandidaten würden schlechter gestellt bleiben als Marokko und Tunesien. Dies habe auch negative Auswirkungen auf die Auftragsvolumina der Bekleidungsindustrie der EU-Beitrittswerber.

"Wenn ein einheitlicher präferenzzollrechtlicher Wirtschaftsraum wirklich das Ziel der EU ist, dann muss diese Zielvorgabe auch tatsächlich realisiert werden! Alle beteiligten Staaten sind daher gleich zu behandeln!" fordert KR Ing. Ehrlich mit Nachdruck. (us)

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