Spekulationsfall 12: Von der linken in die rechte Hand...

Wien (Grüne) - Ellensohn: Stadt Wien verkauft an sich selbst und zerstört Innenhof

"Im 14. Bezirk verkauft Wiener Wohnen ein Städtisches
Wohnhaus an eine Firma, an der die Stadt Wien selbst beteiligt ist." beginnt David Ellensohn, Wohnbausprecher der Wiener Grünen, den 12. Spekulationsfall von SP-Stadtrat Faymann, der für die dilettantischen Verkäufe politisch verantwortlich ist. Zur Erläuterung: Die Stadt Wien ist direkt mit 28,65 % an der Firma ARWAG beteiligt, die wiederum 25 % an der MIGRA hält.

Fast 80 Jahre war die Nisselgasse 17 im Eigentum der Stadt Wien, die zusah wie das Haus zunehmend verfiel. Von einer Sanierung keine Rede. Schlussendlich wurde das in direkter U4-Nähe gelegene Wohnhaus für 394.000 Euro an die MIGRA verscherbelt. Was erhält die MIGRA dafür? 1.224 m² Gebäudefläche, 775 m² begrünter Innenhof, der gewinnbringende Dachboden-Ausbau (über 1000 m²!!) beginnt angeblich in den nächsten Wochen.
Die ARWAG bestätigte uns, dass der bereits bewilligte Bau einer Tiefgarage mit 10 Stellplätzen zur Komplettrodung des Innenhofs bis auf einen einzigen Baum führt.

"Eigentlich nicht zu glauben. Die Stadt Wien verkauft von der eigenen linken in die rechte Hand, saniert erst dann - was vorher auch nicht verboten war! - mit öffentlichen Mitteln und zerstört dabei einen tollen, historisch gewachsenen, grünen Innenhof," schüttelt der Grüne Gemeinderat seinen Kopf. "Bei Blocksanierungen wird oft auf das Schaffen von Innenhöfen Wert gelegt, viele Fördergelder fließen in solche Projekte. Hier wird ein Innenhof knallhart geopfert. Ein weiterer Schildbürgerstreich von Faymann & Co."

"Der befreundeten MIGRA wurde darüber hinaus ein Super-Joker zugestanden. Während andere Käufer von Städtischen Wohnhäusern bei Wechsel eines Mieters in eine andere Gemeindewohnung im Schnitt 220 Euro/m² an Wiener Wohnen nachzahlen müssen, kommt die MIGRA bei diesem Objekt mit 150 Euro/m² recht günstig davon."

"Der große Gewinner dieses Immobilien-Deals ist die MIGRA. Damit sind zumindest nicht alle Sozialdemokraten in dieser Stadt von diesem Geschäft enttäuscht..." lässt Ellensohn Raum für eigene Überlegungen.

Die Vorgänge rund um die dilettantischen Verkäufe von Städtischen Wohnhäusern durch SP-Stadtrat Werner Faymann müssen aufgedeckt werden.
Die Grünen haben das Kontrollamt eingeschaltet.

Erklärung der Firmenstruktur
MIGRA: 25% ARWAG-Holding AG, 45% Zuwanderer-Fonds, 15% Consultatio, 15% UBG-UnternehmensbeteiligungsGmbH
ARWAG: 28,65% Stadt Wien, 34,38% Bank Austria, 19,20% Erste Bank, 13,47% Zuwanderer-Fonds und 4,3% Wiener Städtische UBG-Unternehmensbeteiligung: Tochter der Ersten Bank
Die Wirtschaftsprüfungskanzlei Consultatio ist Miteigentümerin der Käuferin und offizielle Prüferin der Jahresabschlüsse der Unternehmung STADT WIEN - WIENER WOHNEN.

Genau Daten zu allen Spekulationshäusern finden Sie auf wien.gruene.at

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