LÄNDERÜBERGREIFENDES PROJKET FÜR DIE ZUKUNFT DES SCHUTZWALDES

Vier-Länder Forstgipfel in der Schweiz mit dem Schwerpunkt Schutz vor Naturgefahren

Filzbach/Schweiz (OTS) Der Schutz vor Naturgefahren,
die Bedeutung der biologischen Vielfalt bei der nachhaltigen Waldbewirtschaftung, die besorgniserregende Zunahme von Wildschäden insbesondere in Schutzwäldern, sowie die Abstimmung der Haltung in internationalen, waldrelevanten Prozessen waren die Hauptthemen eines Forstgipfels im Kanton Glarus/Schweiz, an dem die beamteten Forstchefs von Deutschland, Schweiz, Lichtenstein und Österreich teilnahmen. Weitere Themen für die verstärkte länderübergreifende Zusammenarbeit waren die forstliche Forschung, Aus- und Weiterbildung und vor allem die Zertifizierung von Holz aus nachhaltiger Forstwirtschaft. Dies teilte das Bundesministerium für Land- und Forstwirtschaft, Umwelt und Wasserwirtschaft zum Abschluss des Forstgipfels mit.****

Nicht in erster Linie die gemeinsame Sprache, sondern sehr ähnliche Bedingungen und Problemstellungen im Bereich der Waldbewirtschaftung waren Anlass für den Gipfel und das Ziel einer intensivierten Zusammenarbeit. Beschlossen wurde insbesondere ein gemeinsam bei der EU zum Schutz vor Naturgefahren einzureichendes Projekt, einem Kernthema in allen vier Ländern. Unter der Federführung Österreichs soll es bei diesem groß angelegten Projekt länderübergreifend um die Evaluation der Wirkungen des Schutzwaldes, deren Möglichkeiten und Grenzen und die Quantifizierung der zukünftigen Schutzwirkung gehen.

Darauf aufbauend ist es Ziel, in den einzelnen Ländern schutzwirksame Bewirtschaftungsmaßnahmen zu verbessern und die Schutzwaldleistungen auch in Zukunft nachhaltig sicherzustellen. "Der österreichische Steuerzahler erspart sich durch die Schutzwirkung unserer Wälder derzeit rund ? 350 Mio. (knapp ATS 5 Mrd.) pro Jahr! Die von Lebensminister Mag. Wilhelm Molterer im Jänner dieses Jahres präsentierte und von allen Ländern, betroffenen Ministerien und Institutionen unterzeichnete Schutzwaldstrategie wird einen wesentlichen Bestandteil des österreichischen Beitrages zu diesem bemerkenswerten und bedeutenden Projekt ausmachen", zeigte sich Forstsektionschef Dipl. Ing. Gerhard Mannsberger über die Ergebnisse des Gipfels erfreut.

Besorgt äußerten sich die Teilnehmern über die in letzter Zeit zunehmenden Wildschäden vor allem im Schutzwald. Forstsektionschef Mannsberger dazu: "Hohe Wildschäden können die schwierigen und langwierigen Schutzwaldprojekte extrem verteuern, ja sogar zunichte machen. Das Problem ist aber nur gemeinsam mit den Waldeigentümern und der Jägerschaft zu lösen. Jeder wird dabei seine Verantwortung zum Schutz der Bevölkerung und unserer Gäste in den Berggebieten ernsthaft und verstärkt wahrnehmen müssen!"

Schwerpunkt im internationalen Bereich war die im nächsten Jahr stattfindende Ministerkonferenz zum Schutz der Wälder in Europa. Unter dem gemeinsamen Vorsitz von Forstminister Mag. Wilhelm Molterer mit seinem polnischen Amtskollegen werden in Wien 44 europäische Forstminister und Vertreter von 40 internationalen Institutionen, vor allem aus dem Umweltbereich, die Weichen für die Zukunft der Wälder Europas stellen. Herausgestrichen wurde die Bedeutung dieser Konferenz für die globale Walddiskussion insbesondere auf UN-Ebene, der Beitrag des Forstsektors für die gesamte Gesellschaft, der Einfluss anderer Sektoren auf die Waldbewirtschaftung und die Verantwortung in den Fragen des Klimaschutzes und vor allem der biologischen Vielfalt. Bei letzterer war man sich einig, dass einerseits die vom Naturschutz als besonders schützenswert bezeichneten Waldflächen erst durch sorgsame und über Generationen nachhaltige Bewirtschaftung in der heutigen Erscheinungsform vorhanden sind. Andererseits blieb aber auch kein Zweifel daran, dass man diesen Weg in Zukunft noch stärker gemeinsam gehen will. Die Zertifizierung von Holz und Holzprodukten aus nachhaltiger Waldwirtschaft wird dabei eine zunehmende Rolle spielen.

Wegen der zunehmend komplexer werdenden Problemstellungen bei der nachhaltigen Waldbewirtschaftung, den steigenden Anforderungen der Gesellschaft an den Wald, den immer schwieriger werdenden wirtschaftlichen Bedingungen vor allem im Zusammenhang mit dem globalen Holzmarkt und der sich verstärkenden Einflussnahme auf die nationale Forstpolitik durch internationale Prozesse kommt derartigen Treffen eine besondere Bedeutung zu. "Diese Themen sind nur länderübergreifend gemeinsam erfolgversprechend lösbar. Das konstruktive Klima und die große Bereitschaft zum Informationsaustausch und vermehrten Zusammenarbeit stimmen sehr zuversichtlich", so Mannsberger abschließend.

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OTS0235 2002-07-03/16:28

031628 Jul 02

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