Filmförderung: Muttonen fordert Verdoppelung des ÖFI-Budgets

Staatliche Filmförderung rangiert im internationalen Vergleich an letzter Stelle

Wien (SK) "Bei der Filmförderung ist ein klares politisches Statement notwendig", betonte die SPÖ-Kultursprecherin Christine Muttonen am Mittwoch im Rahmen einer parlamentarischen Enquete zum Thema "Die Zukunft des österreichischen Films im europäischen Kontext". An der Enquete nahm neben Gästen aus Deutschland und Dänemark auch der österreichische Regisseur Michael Haneke teil. Da die staatliche Filmförderung in Österreich im internationalen Vergleich an letzter Stelle rangiere, plädierte die SPÖ-Abgeordnete für die Verdoppelung der budgetären Mittel des Österreichischen Filmförderungsinstituts (ÖFI). ****

Muttonen konstatierte, dass in den einzelnen
Diskussionsbeiträgen im Rahmen der Enquete dahingehend Konsens herrsche, das "Kulturgut Film" zu fördern. Kritisch merkte die SPÖ-Kultursprecherin dabei jedoch an, das "um viel Geld Abfangjäger gekauft" werden, während sich die gesamte Förderung des Bundes für den Bereich Film, Kino und Video im Verhältnis zu den gesamten Kulturausgaben auf nur etwa zwei Prozent belaufe. Aus diesem Grund sprach sich Muttonen für die Anhebung des Budgets des Österreichischen Filmförderungsinstituts auf 14,53 Millionen Euro aus. In diesem Zusammenhang unterstrich die SPÖ-Abgeordnete, dass es wichtig sei, "jungen Leuten eine künstlerische Entwicklung zu ermöglichen". Dabei sollte man auch "nicht-erfolgreiche Filme in Kauf nehmen - denn es geht auch um das Experimentieren", unterstrich Muttonen.

Die SPÖ-Kultursprecherin sprach sich auch für die
verstärkte Einbeziehung der Länder bei der Filmförderung aus. Da Leistungen aus der regionalen Filmförderung sehr unterschiedlich erfolgen würden, forderte Muttonen die Erhöhung der Filmförderung jener Länder, die nur wenig hierfür beitragen. Für Wien gilt diese Forderung hingegen nicht, leiste die Bundeshauptstadt mit 8,63 Millionen Euro im Vergleich zu 2,59 Millionen der übrigen Bundesländer doch einen großen Beitrag zur österreichischen Filmförderung. "Wien ist anders", fügte Muttonen hinzu.

"Der ORF ist ein wichtiger Partner für die Filmwirtschaft",
strich die SPÖ-Abgeordnete hervor. "Der ORF soll der Filmwirtschaft auch als ein guter Partner mit sicheren budgetären Mitteln zur Verfügung stehen". Daher ist es für Muttonen von Bedeutung, dass dieser die Möglichkeit erhält, Gebührenbefreiungen refundiert zu bekommen. Zudem bedürfe es der Aufhebung der Einnahmenbeschränkung des ORF bei Werbeeinnahmen.

Um alternative Finanzierungsmöglichkeiten für den österreichischen Film schaffen zu können, forderte Muttonen die Installierung eines Beteiligungsfonds im Bereich der Filmwirtschaft und steuerliche Anreize für Filmproduzenten. Diese Maßnahmen sollten der SPÖ-Kultursprecherin zufolge die staatliche Filmförderung jedoch nur flankieren - das heißt, begleitend wirken. (Schluss) as

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