Prets: Europäisches Parlament macht Sexualerziehung zum Thema

Wien (SK) "Das Europäische Parlament positioniert sich heute zum Themenkreis Sexualerziehung, Verhütung, Schwangerschaft und Abtreibung. Auch wenn die Europäische Union in diesem Bereich keine gesetzgebende Kompetenz hat, so können wir hier doch Leitlinien geben und sinnvolle Anreize für Zusammenarbeit schaffen", erklärte die burgenländische SPÖ-Europaabgeordnete Christa Prets am Mittwoch gegenüber dem Pressedienst der SPÖ. "Uns geht es darum, kostengünstige oder besser noch kostenlose Verhütungsmittel und Beratung speziell für diesbezüglich unterversorgte Gruppen wie Jugendliche, ethnische Minderheiten und sozial ausgegrenzte Personen zu sichern", so Prets. Die Jugend müsse z.B. in das Thema Sexualerziehung voll eingebunden werden. "Weiters brauchen wir die Förderung und Ausweitung von spezifischen Gesundheitsprogrammen in der gesamten EU und den Erweiterungsländern". ****

Prets stellte klar, dass "Disparitäten innerhalb Europas in diesem Bereich bestehen". Unterschiede bestehen etwa bei der Gesundheitsvorsorge und Versorgung, bei der medizinischen und hygienischen Ausstattung, bei der Vorbeugung sexuell übertragbarer Krankheiten, bei Beratungsdiensten und dem Zugang zu allen Arten von Verhütungsmitteln.

Der Grund für die enorm hohen Abtreibungsraten in den Erweiterungsländern liege "in den hohen Kosten für Verhütungsmittel":
Rund ein Drittel eines durchschnittlichen Monatslohns müsse für entsprechende Verhütung eingesetzt werden, während "Abtreibungen oft kostenlos oder kostengünstig" angeboten würden.

In Österreich werden durchschnittlich 2,8 Schwangerschaftsabbrüche im Verhältnis zu 100 Lebendgeburten durchgeführt. In Belgien liegt dieser Wert bei 8,2, in Slowenien bei 56,8 - und in Bulgarien bei 122,1. "Diese Zahlen machen klar, dass Aufklärung, Verhütung und Familienplanung dringend notwendig sind. Klar wird aber auch, dass ein Recht auf Abtreibung nur die gesellschaftliche Realität widerspiegelt."

Wichtig sei "Prävention, Aufklärung und Verhütung", aber: "Jede Frau sollte ein Recht auf Abtreibung haben. Legalisierung heißt nicht Förderung. Abtreibung hat es immer gegeben - durch die Illegalität war und ist sie gesundheitsgefährdend und in vielen Fällen letztlich tödlich für die betroffenen Frauen. Bei illegaler Abtreibung sollten Frauen von jeder Verfolgung verschont bleiben", schloss Prets. (Schluss) hm/mp

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