FPÖ-Vergleich zu Münchner U-Bahn-Bau nicht nachvollziehbar

Wien, (OTS) Zur erneuten Behauptung der Wiener Freiheitlichen, dass der Wiener U-Bahn-Bau im Vergleich zu München überteuert sei, hielt die Geschäftsgruppe Finanzen, Wirtschaftspolitik und Wiener Stadtwerke am Mittwoch gegenüber der RATHAUSKORRESPONDENZ folgendes fest:

Kosten für U-Bahn-Bauten sind, das zeigen internationale Studien, kaum unmittelbar vergleichbar. Werden trotzdem Vergleiche angestellt, so muss man dabei auch auf die meist sehr unterschiedlichen Bedingungen eingehen, was zu sehr unterschiedlichen Preisen pro Kilometer führt. Über tausend Leistungspositionen alleine für die Rohbauarbeiten einer U-Bahn machen deutlich, wie schwierig und komplex dies ist.

Was den Vergleich zwischen dem Wiener und dem Münchner U-Bahn-Projekt betrifft, ist Folgendes anzumerken:

1) Der Bau der Münchner U-Bahn wurde einige Jahre vor der Wiener U-Bahn begonnen. Die Inbetriebnahme der ersten Strecke in München erfolgte im Jahr 1971, in Wien 1978. Der
Baukostenindex stieg von Dezember 1967 bis 1972 um über 50 Prozent.
2) In Wien wurden in den letzten 25 Jahren im Schnitt 2,5
Kilometer U-Bahn gebaut. Dabei wurde das U-Bahn-Grundnetz (U1, U2, U4) beinahe alleine finanziert, erst ab 1983, mit Beginn
der zweiten Ausbauphase, konnte Wien einen 50-Prozentbeitrag
des Bundes lukrieren. In München wurde die U-Bahn vom Bund,
dem Freistaat Bayern und der Stadt München finanziert.
Aufgrund der höheren finanziellen und aber auch der größeren baulichen Kapazitäten konnten jährlich 3 Kilometer U-Bahn realisiert werden.
3) Ein wesentlicher Kostenfaktor beim U-Bahn-Bau ist die Anzahl
und Art der errichteten Stationen und Kreuzungspunkte. Die Anzahl der Kreuzungspunkte mit der S-Bahn ist in beiden
Städten in etwa gleich, für U-Bahn-Kreuzungspunkte musste Wien hingegen ungleich mehr investieren. Wien hat 9
Kreuzungspunkte, München nur drei. Und das, obwohl das Münchner Netz um rund 50 Prozent länger ist als das Wiener U -Bahn-Netz. Ein weiterer Kostenfaktor: Der durchschnittliche Stationsabstand liegt in Wien bei 700 Metern, in München bei 1.000 Metern.
4) Bekanntlich waren die Wiener U-Bahn-Arbeiten im dicht
verbauten Gebiet sehr aufwendig. Vor allem im Stadtzentrum, wo nahezu alle U-Bahn-Linien geführt werden, stieß man auf "unbekanntes Terrain", das durch die vielen tief
unterkellerten Gebiete extreme Kosten verursacht hat.
5) Wien hat, und das zeigen die Erfahrungen aus dem Bau und
Betrieb der Wiener U-Bahn, immer auf sehr hohe Qualität gesetzt. Das Beispiel U1 beweist, dass dieser Weg richtig war. Auch nach 20 Jahren ununterbrochenem Betrieb ist die älteste U-Bahn, die U1, ein modernes und sicheres Verkehrsmittel.
6) In den Wiener U-Bahn-Kosten sind sämtliche Overhead-Kosten enthalten, dies ist nicht bei allen Projekten so geregelt.

Neben all diesen Fakten ist zu betonen, dass die Kosten des Wiener U-Bahn-Projektes schon in den Neunziger Jahren aus Anlass politischer Kritik überprüft wurden. (Schluss) nk/

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OTS0175 2002-07-03/13:14

031314 Jul 02

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