Spekulationsfall 10: Helferstorferstraße 6, 1. Bezirk Ellensohn: Ausverkauf der Wiener Innenstadt durch SP-Faymann

Wien (Grüne) - "Mieter und Mieterinnen werden mit angedrohten Mietsteigerungen bis aufs vierfache schwer unter Druck gesetzt. Die Verunsicherung in den ehemaligen Gemeindewohnungen in der Helferstorferstraße 6 steigt. Das ist das Ergebnis eines weiteren dilettantischen Verkaufs von städtischem Vermögen, der zuständige Stadtrat Faymann schweigt dazu..." erklärt David Ellensohn, Wohnbausprecher der Wiener Grünen.

Spekulationsfall 10 beschäftigt sich mit der Wiener Innenstadt. Knapp zwei Millionen Euro legte die HSL Wohneigentum Liegenschaftsverwertungs-GesmbH für das Städtische Wohnhaus Helferstorferstraße 6 (Rockhgasse 1) im 1. Wiener Gemeindebezirk auf den Tisch. In dem Haus neben der Juridischen Fakultät befinden sich mehrere Geschäftslokale, das bekannte Szenelokal Hebenstreit, der Republikanische Club und ein knappes Dutzend Wohnungen. Der Dachboden kann noch gewinnbringend ausgebaut werden.

Die HSL Wohneigentum Liegenschaftsverwertungs-GesmbH liegt gut im Geschäft, das Personengeflecht mit anderen Firmen ist offensichtlich. Bei diesem Kauf war Bernhard Rauter federführend, der auch an der Firma "Rauter & Partner" beteiligt ist, die wiederum ein anderes Städtisches Wohnhaus im 19. Bezirk von Wiener Wohnen erworben hat. An beiden Firmen ist die niederländische "Lavinia B.V." beteiligt.

"Bei uns beschweren sich Leute aus dem Haus, denen massive Mietpreiserhöhungen angedroht wurden und die sich auch sonst alles andere als freundlich behandelt fühlen. Mittlerweile konnte die Mobile Gebietsbetreuung die Leute beruhigen, das vorgelegte und schlussendlich von den MieterInnen zu tragende Sanierungskonzept wird einer Überprüfung bei der Schlichtungsstelle nicht standhalten." erklärt Ellensohn die Vorgänge rund um dieses Objekt.

Was bleibt sind ein paar unangenehme Fragen an SP-Stadtrat Faymann, der für diese Fehlverkäufe die politische Verantwortung trägt oder besser: tragen sollte.

1. Wiener Wohnen verkauft ein Haus, die Mieter und Mieterinnen müssen anschließend von der Stadt Wien, in diesem Fall durch die Mobile Gebietsbetreuung betreut werden. War das Ziel des Verkaufs, Kundschaft für die eigenen Einrichtungen zu besorgen?

2. In der Innenstadt benötigt die Stadt Wien (und der Bund) immer wieder Büroräume. Um enorme Beträge werden Amtshäuser ausgebaut und umgebaut. Ist es zu viel verlangt, wenn sich Wiener Wohnen überlegt, wie Städtische Wohnhäuser im 1. Bezirk alternativ genutzt werden können?

3. In der Innenstadt kann sich schon heute die Wiener Durchschnittsbevölkerung keine Wohnung leisten. Sollen im 1. Bezirk nur noch Wohnungen für die oberen Zehntausend existieren?

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