Kuntzl: Skandalöse Entgleisung Stadlers

Distanzierung Riess-Passers unbedingt notwenig

Wien (SK) Von einer "skandalösen Entgleisung" des FPÖ-Volksanwaltes und früheren FPÖ-Klubobmannes Stadler sprach SPÖ-Bundesgeschäftsführerin Andrea Kuntzl am Mittwoch in Reaktion auf den vom TV-"Report" gezeigten Mitschnitt eines Amateur-Videos. Kuntzl richtete an Vizekanzlerin Riess-Passer die Frage, wie sie zu ihrem ehemaligen Klubobmann und Vorsitzenden der Niederösterreichischen FPÖ stehe, der zwischen den Alliierten und Nazis "nur" einen "weltanschaulichen Unterschied" ausmachen kann und von einer "angeblichen Befreiung" 1945 spricht. ****

"Ich verlange eine deutliche Distanzierung Riess-Passers, denn nach einer ganzen Reihe von skandalösen Entgleisungen sind Konsequenzen längst überfällig", so Kuntzl gegenüber dem SPÖ-Pressedienst. Kuntzl erinnerte an die "peinlichen Anbiederungsversuche" Stadlers an Diktator Saddam Hussein, die hinlänglich bekannten guten Kontakte Stadlers mit den Rechtsparteien - etwa mit dem Chef des belgischen Vlaams Blok, Filip Dewinter, und Rechtsextremisten wie Claus Nordbruch -, an das von Stadler maßgeblich mitinitiierte Treffen von führenden Vertretern rechtsextremer Parteien in Gloggnitz im November des Vorjahres und an Stadlers Präsenz in vorderster Reihe bei den skandalösen "Trauerbekundungen" anlässlich des Jahrestages der Kapitulation Hitler-Deutschlands am 8. Mai.

Riess-Passer trage als Vorsitzende der FPÖ die Verantwortung für derartige Kontakte und Initiativen, zumal es sich bei Stadler nicht um einen Hinterbänkler, sondern um eine in der Partei hochrangige Person handle. "Wenn es der Vizekanzlerin nicht umgehend gelingt, diesen Mann zu stoppen, muss ihre Qualifikation als Vorsitzende einer Regierungspartei ernsthaft angezweifelt werden", so Kuntzl.

Ein Volksanwalt sollte als Vertreter aller Österreicher
fungieren, sagte Kuntzl. "Ich bezweifle stark, dass Stadler, der sich offensichtlich in rechten und rechtsextremen Kreisen am wohlsten fühlt, eine vertrauenserweckende Vertretung aller Österreicher ist", so die Bundesgeschäftsführerin abschließend. (Schluss) se

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