MOLTERER: INTAKTE LEBENSRÄUME SICHERN IST WICHTIGE ZUKUNFTSINVESTITION Utl: Lokale Agenda 21 erfordert breite Bürgerbeteiligung zur nachhaltigen Entwicklung

Linz (OTS) Eine erfolgreiche Nachhaltigkeitsstrategie muss auf die Sicherung intakter Lebensräume setzen. Wasser, Luft und Böden in einwandfreier Qualität an kommende Generationen zu übergeben ist dabei ebenso Ziel wie die Erhaltung der vielfältigen Natur- und Kulturlandschaften oder der Artenvielfalt in der Pflanzen- und Tierwelt. Besonders wichtig dabei ist die breite Bürgerbeteiligung in den betroffenen Regionen. Es geht um die nachhaltige Gestaltung des eigenen Lebensraumes, aber gleichzeitig auch für die nachkommenden Generationen. Ihnen soll und muss ein blühendes Land übergeben werden, in dem sie gute Lebens-, Bildungs- und Wirtschaftschancen vorfinden. Dies erklärte Lebensminister Mag. Wilhelm Molterer in einer Pressekonferenz anlässlich der vom "Lebensministerium" initiierten Dialogkonferenz "Lebensräume Österreichs" im Linzer Ursulinenhof. ****

Ökologische Verantwortung, Investitionen in nachhaltige Energieformen, die Nutzung von Biomasse, Wind- und Wasserkraft sowie von Sonnenenergie, intelligente Raumnutzung und Regionalentwicklung, die Lösung von Infrastruktur- und Mobilitätsfragen sind Kernelemente für eine nachhaltige Entwicklung. Gleichzeitig sind positive wirtschaftliche Rahmenbedingungen und damit erfolgreiche Unternehmen sowie gelebte soziale Verantwortung weitere Faktoren für die Weiterentwicklung intakter Lebensräume.

Die österreichische Bundesregierung hat auf Basis dieser Faktoren eine Nachhaltigkeitsstrategie für Österreich beschlossen. Sie beschreibt Ziele und Maßnahmen für eine nachhaltige Entwicklung und soll damit zu einem neuen Leitbild für die heimische Umwelt-, Wirtschafts-, Beschäftigungs- und Sozialpolitik werden. In den Kategorien "Lebensqualität", "Wirtschaftsstandort", "Lebensraum" und "Internationale Verantwortung" sind 20 Ziele für eine dauerhafte Fortentwicklung festgelegt. Dieses innovative Konzept einer Österreich-Strategie wird nun auf breiter Basis diskutiert. In Linz steht heute bereits die dritte Dialogkonferenz nach einem Auftakt in der Wiener Hofburg und zwei Dialogkonferenzen in Graz und Bregenz auf dem Programm.

Österreich liegt in Fragen der Nachhaltigkeit im internationalen Spitzenfeld. Dies bestätigen internationale Studien wie der im Februar dieses Jahres vom World Economic Forum veröffentlichlichte Nachhaltigkeitsindex der renommierten Yale Universität (World Environmental Sustainability Index), der zu folge Österreich in einem weltweiten Vergleich von 142 Staaten an siebenter Stelle steht. Unter den EU-Mitgliedsstaaten hält Österreich nach Finnland und Schweden Platz drei. Das bestätigt unsere Politik eines vernünftigen und machbaren Umweltschutzes, der auf intelligenten Lösungen aufbaut, Arbeitsplätze schafft und Lebensqualität sichert, sagte Molterer.

Als aktuelle Beispiele für diese Politik können die Abfertigung neu, die Einführung der Sterbekarenz, die Verwaltungsreform, die erst kürzlich beschlossene Klimaschutzstrategie oder eben der Beschluss über die österreichische Nachhaltigkeitsstrategie gelten. Darüber hinaus hat Österreich sich im Bereich Biomasse und erneuerbarer Energie in Europa einen Spitzenplatz erarbeitet, wir exportieren erfolgreich Umwelttechnologie und wollen im Zukunftsbereich Wasser unser anerkanntes know how international bestmöglich vermarkten. Die geplante Entlastung der Steuerzahler und der Wirtschaft durch eine Senkung der Abgabenquote auf 40 Prozent bis 2010 ist ebenfalls im Sinne des Wirtschaftsstandortes und einer nachhaltigen Entwicklung zu sehen.

Eine der wesentlichen Erkenntnisse des Gipfels von Rio 1992 war das Prinzip "Global denken – lokal handeln". Als wichtigstes Dokument ist daraus die Agenda 21 hervorgegangen, die die Vision einer ökologisch, ökonomisch und sozial ausgewogenen Entwicklung definiert. Die Agenda 21-Prozesse setzen letztlich auf das Engagement der Menschen in ihren jeweiligen Lebensräumen und sind deshalb auch für die Umsetzung der "Österreichischen Nachhaltigkeitsstrategie" von zentraler Bedeutung. Österreich kann dabei auf einer guten Basis aufbauen, die bisherige Bilanz weist mehr als 100 Agenda 21-Prozesse aus.

Die Österreichische Nachhaltigkeitsstrategie will aber auch hier neue Impulse setzen. Ein entsprechendes Aktionsprogramm soll der "Lokalen Agenda 21" zu neuer Dynamik und Verbreitung verhelfen. Am 25. Juni dieses Jahres wurde eine Arbeitsgruppe der NachhaltigkeitskoordinatorInnen und des Lebensministeriums gegründet, um die Vernetzung von Bund und Ländern zur Umsetzung der Lokalen Agenda 21 zu gewährleisten. Damit ist das Ziel verbunden, dass sich in den nächsten 10 Jahren jede 5. Gemeinde oder Region in Österreich an einem Agenda-Prozess beteiligt.

Oberösterreich trägt bereits derzeit viel zum guten internationalen Nachhaltigkeitsranking Österreichs bei. Nachhaltigkeitsorientierte Grundsätze sind seit Beginn der 90er-Jahre in viele umweltrelevante Konzepte und Programme eingeflossen. Die Nachhaltige Entwicklung stellt daher heute vor allem eine umsetzungsbezogene Herausforderung dar. Die Lokalen und Regionalen Agenda 21-Prozesse in nahezu 50 Gemeinden, das Lokale Indikatorensystem für dauerhafte Lebensqualität (LISL), die Pilotprojekte zur Steigerung der betrieblichen Ökoeffizienz (z.B. PREPARE, "ÖKOFORUM Linz lebt Umwelt"), die Klimaschutzpartnerschaften (Klimarettungskampagne) und die jüngst fertiggestellte Querschnittsstudie zur Aktualisierung der Ziele des Landesumweltprogramms ("Nachhaltigkeit konkret – Renditen für Generationen") stehen dabei beispielhaft für die Aktivitäten zur laufenden Weiterentwicklung der oberösterreichischen Nachhaltigkeitspolitik.

Von besonderer Bedeutung für eine nachhaltige Entwicklung ist auch die erfolgreiche Kooperation von Bund, Ländern und Gemeinden. Die lokalen und regionalen Aktivitäten werden durch entsprechende überregionale Programme unterstützt und in ihrem Wachstum und Bestand gefördert. So bieten die Gemeinschaftsinitiativen der EU wie z. B. LEADER und INTERREG, das Programm zur Entwicklung des Ländlichen Raumes, oder im Bereich Landwirtschaft das ÖPUL -ausgezeichnete Möglichkeiten zur Entwicklung lokaler und regionaler Strukturen. Hier hat Österreich auch im Rahmen der EU Pionierarbeit geleistet, sagte Molterer abschließend.

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