Kronberger: Umfassende GVO-Kennzeichnung!

EU-Parlament darf den Konsumenten "nicht dumm sterben lassen"

Wien, 2002-07-03 -(fpd) "Wir stehen heute bei der Gentechnik-Diskussion dort, wo wir bei der Diskussion über die Atomkraft vor 25 Jahren gestanden sind", erklärte der freiheitliche EU-Abgeordnete Hans Kronberger anläßlich der heutigen Abstimmung im Europäischen Parlament zur Gentechnik. ****

"Zahlreiche Expertisen, die vorwiegend im Auftrag der nutznießenden Industrie erstellt wurden, bescheinigen die völlige Unbedenklichkeit. Die vereinzelten Warner geraten unter die Räder", warnte Kronberger.

In diesem Zusammenhang erinnerte Kronberger an den schottischen Forscher, Prof. Pusztai, der 1999 beauftragt war die Unbedenklichkeit von gentechnisch manipulierten Kartoffeln festzustellen, dann allerdings zur Erkenntnis kam, daß bei Tierversuchen schwerwiegende Gesundheitsschäden festgestellt werden mußten.

"Selbst im Vorreiterland der Genmanipulation, den Vereinigten Staaten, befürchtet man heute, daß Fauna und Flora unwiederbringlich geschädigt werden können. Es gilt als nachgewiesen, daß gentechnisch veränderte Pflanzen sich mit wildwachsenden kreuzen, aus denen "Superunkräuter" entstehen. Der weltbekannte Wissenschafter, Jeremy Rifkin, spricht sogar von einem Vietnam des Genkonzerns Monsanto", so Hans Kronberger.

Entsprechend dieser Tatsachen forderte Kronberger eine umfassende Kennzeichnungspflicht der Nahrungs- und Futtermittel, die, so Kronberger, "gar nicht streng genug sein kann. Dies sind wir den europäischen Konsumenten schuldig. Eine nachträgliche Korrektur bei Folgeschäden wäre nämlich unmöglich."

Die österreichische Volkspartei, die im Vorfeld angekündigt hat, gegen einen niedrigen Schwellenwert für die Nachweisbarkeit von GVOs zu stimmen, erinnerte Kronberger an den breiten Konsens des österreichischen Gentechnikvolksbegehrens und an die Forderung von Marilies Flemming, die im Jahre 1997 sich für eine "umfassende und lückenlose Kennzeichnungspflicht" stark gemacht hat.

Kronberger: "Gerade in der Gentechnikfrage muß das Vorsorgeprinzip gelten, müssen Fraktionszwänge überwunden und über die Tagespolitik hinausgedacht werden." (Schluß)

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