Caritas fordert "Nachprüfung" für Integrationsvertrag:

Fremdenrecht verfehlt Integrationsvorhaben

Wien (3.7.2002 OTS) Die Caritas appelliert an die Parlamentsparteien, im heutigen Innenausschuss wichtige Änderungen in der sogenannten Integrationsvereinbarung durchzuführen. "Die momentane Vorlage weist extreme Lücken auf, wesentliche Maßnahmen zur Integration fehlen", betont Caritas-Präsident Franz Küberl. Besonderen Reformbedarf sieht Küberl nach wie vor bei der Deutschkursverordnung. "Es geht darum, die Möglichkeiten des Deutschlernens auszuweiten. Die Menschen sind lernwillig, man muss ihnen aber helfen, die Hürden zu überwinden. Sanktionen sind keine Hilfe, sondern ein Abschreckungsmanöver", glaubt Küberl und unterstreicht, dass Integration ein zweiseitiger Prozess sei, der an beide Anforderungen stellt.

Das Recht auf Familienleben, die Möglichkeit den Lebensunterhalt durch eigene Arbeit zu verdienen und der gleichberechtigte Zugang zu sozialen Leistungen sind die Basis dafür, dass sich Menschen integrieren und an der Gestaltung der Gesellschaft mitwirken können.

Westenthalers Ankündigung, die Ansprüche der Zuwanderer auf das Niveau des jeweiligen Herkunftslandes zu reduzieren, widerspricht der Grundrechtscharta der EU, die den Grundsatz der Nichtdiskriminierung und des Zugangs zu sozialen Leistungen beinhaltet, meint Küberl. "Jeder, der sich dauerhaft rechtmäßig in Österreich aufhält, sollte die Rechte und Pflichten aller hier lebenden Menschen teilen und auch am Wohlstand teilhaben können. Alles andere erzeugt Unfrieden und kann Auslöser von neuen Formen von Fremdenfeindlichkeit sein."

Rückfragen & Kontakt:

***OTS-ORIGINALTEXT UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER
VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS ***

OTS0002 2002-07-03/07:00

030700 Jul 02

Caritas Österreich - Kommunikation
Tel.: (++43-1) 48831/421 od. 0664/3846611
kommunikation@caritas-austria.at
http://www.caritas.at

OTS-ORIGINALTEXT PRESSEAUSSENDUNG UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS | OCZ/3.7.2002 OTS