"Kleine Zeitung" Kommentar: "Reingewaschen" (von Hubert Patterer)

Ausgabe vom 2.7.2002

Graz (OTS) - Fünfzehn Monate währte die politische Karriere
Monika Forstingers, ehe die FPÖ-Parteispitze sich, die Öffentlichkeit und die Fehlbesetzte von der Peinerlöste. Schon nach wenigen Wochen war mit freiem Auge sichtbar, dass es der 37-jährigen Novizin an allem gebrach: an Sachkenntnis, politischem Handwerk, an Instinkt und an Führungskompetenz.

Die Folge waren grausame Pannen wie die Rufnummernverordnung (sie hätte ganz Österreich neue Telefonnummern beschert) oder der Stöckelschuh-Erlass. Lange Zeit war Forstingers Amtszeit primär ein Forschungsobjekt für das Dezernat Spott & Hohn, jetzt muss sich auch die Staatsanwaltschaft ihrer annehmen. Die interne Revision hat ergeben, dass unter der Ministerin Millionenaufträge an PR- und Beratungsfirmen freihändig vergeben wurden.

Allerdings behübschten die Revisoren das Prüfergebnis mit einer kecken politischen Interpretation: Der alte Kabinettschef allein sei schuld, Forstinger habe nichts gewusst.

Eine frivole Reinwaschung: Die Aufträge privates Coaching, Panik-Schulungen dienten einzig der Ministerin: ihr erhoffter Rettungsring! Die Untergehende rief und griff danach und soll ahnungslos gewesen sein?

Nein, hier nicht. ****

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