ORF-Publikumsrat protestiert gegen geplante Erhöhung der steiermärkischen Rundfunkabgabe

Wien (OTS) - Mit einer einstimmig verabschiedeten Resolution protestierte der ORF-Publikumsrat unter dem Vorsitz von Präsident Dr. Georg Weißmann in der Plenarsitzung am Montag, dem 1. Juli 2002, gegen die geplante Erhöhung der steiermärkischen Landesabgabe um mehr als 25 Prozent oder 90 Cent pro Monat. Gleichzeitig sprach sich der Publikumsrat für eine Entkoppelung von ORF-Programmentgelt und staatlichen Gebühren und Abgaben aus. Ebenfalls einstimmig wurden zwei Empfehlungen an die Geschäftsführung zu den Themen Kinderprogramm und Wirtschaftsberichterstattung verabschiedet.

In der Plenarsitzung informierte ORF-Generaldirektorin Dr. Monika Lindner die Mitglieder des Publikumsrats über die Entwicklung des ORF, der Landesdirektor des ORF-Landesstudios Kärnten, Dr. Willy Mitsche, berichtete über das umfangreiche Angebot des Landesstudios in Radio, Fernsehen und Internet, über die slowenischen Sendungen sowie über dreisprachige Angebote für die Regionen Kärnten, Friaul-Julisch Venetien und Slowenien.

Der Protest gegen die geplante Erhöhung der Landesabgabe im Wortlaut:

"Der Publikumsrat des ORF protestiert gegen die beabsichtigte Erhöhung der steiermärkischen Rundfunkabgabe ab 1. Jänner 2003 um mehr als 25 Prozent oder 90 Cent pro Monat. Damit wird der Rundfunkempfang in der Steiermark im Vergleich der Bundesländer am teuersten. Das Programmentgelt des ORF, das der Finanzierung eines qualitätsvollen, Österreich-geprägten Programmangebots dient, als Bemessungsgrundlage für Landesabgaben zu verwenden, ist aus der Sicht der Publikumsvertretung zu kritisieren, weil dadurch beim Publikum der falsche Eindruck entsteht, dass die Teilnehmerzahlungen zur Gänze dem ORF zufließen. Nach der bevorstehenden Erhöhung wird der ORF von den Zahlungen der steirischen Rundfunkteilnehmer nur noch 62 Prozent erhalten. Ganze 38 Prozent fließen Bund und Land Steiermark zu. Die Publikumsvertretung des ORF fordert daher erneut, dass das ORF-Programmentgelt und staatliche Gebühren und Abgaben entkoppelt werden."

Empfehlung des Publikumsrates gem. § 30 ORF-Gesetz zum Kinderprogramm im Wortlaut:

"Der Publikumsrat empfiehlt der ORF-Geschäftsführung, im Kinderprogramm des ORF
- unter weiterer Vernetzung mit ,Rat auf Draht' Programmelemente auszubauen, die den Kindern Lebenshilfe bieten, Problemlösung unterstützen und Orientierung vermitteln (z. B. Trennung der Eltern) - Programmelemente zu entwickeln bzw. zu adaptieren, um dem Wissens-und Informationsbedürfnis der Kinder ausreichend zu entsprechen. Als erster Schritt zu einer täglichen Kindernachrichtensendung soll der für 16.00 Uhr geplante ,Newsflash' so gestaltet sein, dass er auch für Kinder verständlich ist."

Empfehlung des Publikumsrates gem. § 30 ORF-Gesetz zum Thema Wirtschaftsberichterstattung:

"Der Publikumsrat empfiehlt der ORF-Geschäftsführung
- eine deutliche Ausweitung der Wirtschaftsberichterstattung (über Märkte und Unternehmen, Arbeitswelt, Konsumentenschutz, Wirtschaftspolitik) im Rahmen der ,ZiB'-Sendungen, der ,Runden Tische' sowie von ORF ON;
- die Stärkung von Analysen und Hintergrundberichten im Bereich der Wirtschaftsberichterstattung;
- einen Sendeplatz für das Wirtschaftsmagazin ,Euro Austria', der gleichrangig mit ,Report' und ,Thema' ist (Donnerstag, 21.05 Uhr), sowie einen Relaunch der Sendung im Hinblick auf jüngere Zielgruppen; - die Verankerung der EU-Erweiterung als Querschnittsthema in der Wirtschaftsberichterstattung."

Rückfragen & Kontakt:

Gerhard Bollardt
Tel.: (01) 87 878-12812
http://publikumsrat.orf.at

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