LKW-Fahrer mit 45 Stunden Lenkzeit erwischt

Gewerkschaft fordert strengere Kontrollen der Scheinselbstständigkeit

Wien (HTV/ÖGB). Mit 45 Stunden Lenkzeit an einem Stück wurde am Wochenende ein "selbstständiger" LKW-Lenker aufgehalten. Nach Informationen der Gewerkschaft Handel, Transport, Verkehr (HTV) ist er "Mitunternehmer" der Firma Augustin in Salzburg. Wenn er weniger fahre, so der Lenker, könne er die Miete für den LKW nicht bezahlen. "Diese Praxis stellt eine Gefahr für die Lenker und die Verkehrssicherheit dar. Wir brauchen endlich strengere Kontrolle der Scheinselbstständigkeit", erklärt dazu der Fachsekretär für Transport in der Gewerkschaft HTV, Georg Eberl.++++

Der Gewerkschafter ortet in den Modellen vorgetäuschter Selbstständigkeit ein klares Umgehungsgeschäft zu Lasten der Fahrer und des österreichischen Steuer- und Sozialversicherungssystems bei gleichzeitiger Wettbewerbsverzerrung im Transportwesen. "Firmen, die ihre Fahrer zur Scheinselbstständigkeit nötigen, müssen härter bestraft werden", so Eberl, der eine Strafverschärfung nach deutschem Vorbild forderte.

Erst vergangene Woche erstatteten Arbeiterkammer und HTV Salzburg eine Strafanzeige gegen die Firma Ausgustin wegen Betrugsverdacht im Zusammenhang mit dem Modell der "stillen Gesellschafter".(tb)

ÖGB, 1. Juli 2002
Nr. 568

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