Spekulationsfall 8: Kontrollamt überprüft Fall Wehdorn

Ellensohn: Gutachter des Altstadterhaltungsfonds kauft in Stephansdom-Nähe

Wien (Grüne) - Zehn Wohnungen einen Steinwurf vom Stephansdom entfernt, Dachbodenausbau noch nicht erfolgt: unter einer Million Euro, auf neu-deutsch ein Schnäppchen. Da war doch sicher die gesamte Immobilienbranche interessiert, der Preis muss ja geradezu explodiert sein...

Leider nein, wie David Ellensohn,Wohnbausprecher der Wiener Grünen, feststellt: "Ausschreibungen sind laut Wiener Wohnen nicht zwingend notwendig, wenn ein Städtisches Wohnhaus verkauft werden soll. Wenn ein Interessent bereit ist, den geschätzten Preis einer Immobilie zu bezahlen, steht einem Verkauf nichts im Wege."
Und wer erhielt bei der Grünangergasse 8 in der Wiener Innenstadt den Zuschlag? Der ruhig gelegene Altbau liegt zwei Gassen vom Stephandsdom entfernt, ist zwar sanierungsbedürftig, verfügt aber über einen noch nicht ausgebauten Dachboden.

Geangelt hat sich das 888.000 Euro günstige Objekt die "Univ. Prof. Dr. Manfred Wehdorn Gesellschaft m. b. H.". Herr Univ. Prof. Wehdorn hält keine Anteile an dieser GesmbH, Gesellschafterinnen sind Gattin Margarethe Wehdorn (25%) und Tochter Mag. Armine Wehdorn (75%). Der bekannte Architekt Manfred Wehdorn ist seit 1988 Mitglied des Wiener Altstadterhaltungsfonds und Gutachter für denselben. Eines seiner Gutachten beschäftigte sich im Vorjahr mit der Feldmühlgasse 12, einem Nebenhaus der Klimt-Villa im 13. Bezirk. Wehdorn sprach sich für die Erhaltung des Straßentraktes aufgrund seines historischen und städtebaulichen Wertes aus. Bei der Sitzung des Altstadterhaltungsfonds war dann alles anders: Wehdorn verwarf sein eigenes Gutachten und war plötzlich für den Abriss. Die SPÖ freute sich diebisch, war sie doch als einzige (!) Partei ebenfalls für den Abriss eingetreten. Die Hitzinger Bezirksvertretung sprach sich einstimmig (!) gegen den Abriss aus.

"Ich habe in einer Gemeinderats-Sitzung angefragt, wie macht das die SPÖ, dass ein Gutachter seine Meinung binnen kürzester Zeit so ändert, dass sie SPÖ-kompatibel wird. Als gelernter Österreicher drängt sich einfach ein Verdacht auf," meint Ellensohn, der klarstellt, dass Beweise für eine Begünstigung nicht vorliegen.

"Stadtrat Faymann sollte beim Verkauf von Städtischen Wohnhäusern in Zukunft mehr Vorsicht walten lassen, um erst gar keinen Verdacht der Begünstigung aufkommen zu lassen" rät Ellensohn, der bereits Erfolge seiner Aktion "Stoppt die Spekulanten" vorweisen kann: "In Zukunft wird auch die Opposition informiert, bevor ein Städtisches Wohnhaus von Herrn Faymann verkauft wird. Damit kann der dilettantische Abverkauf gestoppt werden."

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