Niederwieser kritisiert Gehrers Bluff mit Vorziehprofessuren

Ausschreibung erst auf Druck der SPÖ

Wien (SK) Scharfe Kritik an der "Ankündigungspolitik" von Bildungsministerin Gehrer übt SPÖ-Wissenschaftssprecher Erwin Niederwieser. "Gehrer hat im Vorjahr beim umstrittenen neuen Uni-Dienstrecht 500 zusätzliche ProfessorInnenstellen versprochen, die es bis heute nicht gibt und nun erst auf Druck der SPÖ ausgeschrieben werden", beanstandet Niederwieser am Montag gegenüber dem Pressedienst der SPÖ Gehrers Bluff mit den Vorziehprofessuren. ****

Bei der Unterausschusssitzung zur Unireform vergangene Woche wollte Niederwieser von Gehrer wissen, "wie viele der immer wieder ins Treffen geführten Vorziehprofessuren tatsächlich schon eingerichtet sind". Die Bildungsministerin antwortete, diese seien ausgeschrieben und man habe die Unis eingeladen, solche Stellenwünsche zu nennen, so der SPÖ-Wissenschaftssprecher. "Tatsächlich erfolgte die Ausschreibung erst drei Tage später, am 28. Juni 2002 - wie auf der Homepage des Bildungsministeriums nachzulesen ist", betont Niederwieser.

"Der Clou dabei ist, dass die Antragstellung bis Ende Oktober 2002 läuft und das Ministerium bis Ende des Jahres entscheidet, welche Stellen genehmigt werden. Nach dem Ausschreibungsverfahren an den Unis können diese Stellen dann erst mit Beginn 2004 besetzt werden", so der SPÖ-Abgeordnete. Es handle sich hier um ein "leicht durchschaubares Spiel", indem man den Unis beim Sparkurs 100 Millionen Euro weggenommen habe und jetzt durch diese lange angekündigten Vorziehprofessuren Jahre später wieder 20 Millionen Euro zurückerstatte, kritisiert Niederwieser. "Mit den Vorziehprofessuren hat Gehrer auch ein Zensurinstrument in der Hand. Sie kann die Bewilligung der ProfessorInnenstellen davon abhängig machen, ob die antragstellende Uni bereit ist, das neue Unigesetz brav umzusetzen oder weiterhin daran Kritik übt", schloss Niederwieser. (Schluss) hm/mm

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