Schule: Kuntzl plädiert für Aufsteigen mit einem "Fünfer"

Wien (SK) Im Schuljahr 1999/2000 waren von 1.156.000 SchülerInnen nahezu 50.000 SchülerInnen nicht berechtigt, in die nächste Schulstufe aufzusteigen. Heuer werden die Zahlen voraussichtlich ähnlich sein. Für SPÖ-Bundesgeschäftsführerin Andrea Kuntzl ist daher Handlungsbedarf gegeben. "Als ersten Schritt plädieren wir dafür, dass Schüler, die nur einen Fünfer im Zeugnis haben, automatisch aufsteigen können", so Kuntzl am Sonntag gegenüber dem SPÖ-Pressedienst. "Wegen einem Fünfer soll man nicht ein ganzes Jahr verlieren", sagte Kuntzl. ****

Im Durchschnitt müssen 4,2 Prozent der österreichischen SchülerInnen eine Klasse wiederholen. Im Oberstufenrealgymnasium beträgt die Repetentenquote 15,2 Prozent, an Handelsschulen sogar 19,4 Prozent. Zumeist sind es nur Defizite in ein oder zwei Fächern, die die SchülerInnen zu einer Wiederholung der Schulstufe zwingen. Ein Vorrücken in die nächste Schulstufe ist bei einem Nichtgenügend zwar grundsätzlich möglich, aber an einen Beschluss der Lehrerkonferenz gebunden.

Bei zwei oder mehr negativen Beurteilungen im Zeugnis muss automatisch wiederholt "Die SPÖ spricht sich dafür aus, diese kostenintensive und im europäischen Ausland großteils unbekannte Regelung des 'Sitzenbleibens' mittelfristig abzuschaffen", sagte Kuntzl. "Tatsächlich ist nur mehr im deutschsprachigen Raum und in Italien die jedenfalls zeitaufwändige und oft auch demütigende 'Ehrenrunde' in allen Schulstufe vorgesehen. In allen anderen Ländern Europas kann Versäumtes während des folgenden Jahres nachgeholt werden", erläuterte Kuntzl dazu.

Die SPÖ-Bundesgeschäftsführerin kritisierte außerdem Unterrichtsministerin Elisabeth Gehrer, die die Repetentenzahlen von 1994/95 mit denen von 1999/2000 verglichen hatte: "Das ist unseriös." Es ließe sich nämlich deutlich erkennen, dass nach der Einführung des Frühwarnsystems die Zahl der Klassenwiederholungen zurückging, in den letzten Jahren stieg diese Zahl aber wieder an. (Schluss) up

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