Erneut schwaches Fangjahr für Berufsfischer

Tagung der Internationalen Bevollmächtigtenkonferenz für Bodenseefischerei (IBKF)

Immenstadt (VLK) - Die diesjährige Internationale Bevollmächtigtenkonferenz für die Bodenseefischerei fand
unter dem Vorsitz Bayerns heute, Mittwoch, in
Immenstadt/Allgäu statt. Im Vordergrund der Tagung standen
die Fangentwicklung der wichtigsten Fischarten der Berufs-
und Angelfischerei in der zurückliegenden Fangsaison 2001
und die Anpassung von Netzmaschenweiten in der
Felchenfischerei. ****

Die Konferenz hat einen wichtigen Beschluss zur
Befischung des Felchenbestandes gefasst, der bis Ende 2003
gilt. Er legt die Rahmenbedingungen für den Einsatz von bis
zu zwei 40 Millimeter-Netzen pro Patentinhaber im
freitreibenden Schwebsatz und von einem 40 Millimeter-Netz
ab 10. Februar 2003 im verankerten Schwebsatz als Anpassung
an die veränderten Wachstumsverhältnisse der Fische fest.

Fangrückgang bei Felchen und Barschen

Die Berufsfischer am Obersee mussten 2001 mit einem
Gesamtertrag von 770 Tonnen (15,4 Kilogramm pro Hektar)
erneut ein unterdurchschnittliches Fangergebnis hinnehmen,
das noch schlechter als im Vorjahr (902 Tonnen) ausfiel.
Gegenüber dem Vorjahr ist dies ein Rückgang von 14,7
Prozent, gegenüber dem Zehnjahresmittel sogar von 33
Prozent. Am Gesamtertrag hatten Felchen mit 80 Prozent den
größten Anteil, gefolgt von Barschen (neun Prozent) und Weißfischen (sechs Prozent). Im Vergleich zum Vorjahr
nahmen die Erträge der Felchen um neun Prozent, die der
Barsche sogar um 52 Prozent ab. Mit 67,5 Tonnen hat der
Barschertrag den niedrigsten Wert seit 1960 erreicht und
liegt sogar 74 Prozent unter dem Zehnjahresmittel. Dagegen
ist ein Anstieg der Erträge beim Seesaibling um 71 Prozent
und beim Zander um 35 Prozent hervorzuheben.

Anders als beim Barsch spiegelt die schlechte
Ertragslage bei den Felchen nicht die tatsächlichen Bestandsverhältnisse wider. Versuchsfischereien mit
engmaschigen Netzen belegen, dass der Obersee durchaus
einen guten Bestand aufweist. Die seit einigen Jahren
langsamer wachsenden Felchen sind aber mit den Schwebnetzen
der Standardmaschenweite 44 Millimeter nur noch
eingeschränkt erreichbar. Dies hatte wesentlichen Einfluss
auf den Felchenfang. Durch die verlängerte Einsatzzeit des
40 Millimeter-Netzes konnte im vergangenen Jahr ein noch
stärkerer Einbruch des Felchenertrags verhindert werden.

Anstrengungen zur Stützung der Seeforelle zeigen Erfolg

Erfreuliches gibt es über die Seeforelle zu berichten.
Zwar fiel der Gesamtertrag der Berufsfischer 2001 knapp 22
Prozent niedriger aus als im Vorjahr. Die große Zahl der im
Herbst 2001 in den Alpenrhein zum Laichen aufgestiegenen
Seeforellen zeigt aber eine positive Bestandsentwicklung.
An der 1999 fertiggestellten Fischtreppe am Kraftwerk
Reichenau wurden rund 1000 aufsteigende Seeforellen
gezählt. Die langjährigen großen Anstrengungen zur Stützung
der Seeforelle zeigen deutliche Erfolge. Die Bemühungen zur Verbesserung der Bodenseezuflüsse als Laich- und
Aufwuchsgewässer sind jedoch gezielt fortzusetzen. Die
Zuflüsse müssen auch unter dem Gesichtspunkt des
ökologischen und fischereilichen Zusammenhangs mit dem
Bodensee gesehen werden.

Die Angelfischer haben 2001 mit 62 Tonnen ein unterdurchschnittliches Fangergebnis erzielt. Es lag knapp
19 Prozent unter dem des Vorjahres und sogar 30 Prozent
unter dem Zehnjahresmittelwert.

Die Fischerei beklagt seit einigen Jahren eine starke
Zunahme von mineralischen Trübstoffen im See. Zur Klärung
damit verbundener Fragen wurden durch die Internationale Gewässerschutzkommission für den Bodensee Untersuchungen in Auftrag gegeben.
(so/gw,nvl)

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