ARBÖ: Mehrphasen-Fahrausbildung erster wichtiger Schritt für die Sicherheit der jungen Führerscheinbesitzer - Nächster Schritt ist eine qualitative Fahrausbildung vor dem Führerscheinerwerb

Wien (ARBÖ) - Zur Vermeidung von jährlich 18.000 verletzten Jugendlichen im Alter von 15 bis 24 Jahre hat Sicherheit Vorrang. Mit dem heutigen Beschluss im parlamentarischen Verkehrsausschuss, ab Jänner 2003 das neue Führerscheinmodell mit einer Mehrphasen-Fahrausbildung in Österreich einzuführen, erfolgt ein wichtiger Schritt zur Verbesserung der Verkehrssicherheit, betont der ARBÖ.

Auch Autoversicherer haben Beitrag zu leisten

Die Mehrphasen-Fahrausbildung ist notwendig, darüber sind sich die Verkehrsexperten einig. Durch das Erlernte und in den ersten Monaten nach dem Führerscheinerwerb praktizierte Können soll so kontrolliert und gestärkt werden. ARBÖ-Generalsekretär Dr. Rudolf Hellar: "Es geht um eine bessere Ausbildung der Jugend und damit um die Sicherheit der Führerscheinneulinge. Die Verbesserung der Fahrausbildung von Fahranfängern wird sich auch positiv auf die Unfallstatistik auswirken."

Nach Ansicht des ARBÖ ist die Zeit reif dafür, dass jugendliche Fahranfänger auch von den Versicherungsanstalten in gleicher Weise wie "Ältere" bei der Kfz-Haftpflichtversicherung behandelt werden. ARBÖ-Generalsekretär Dr. Hellar: "Keine Zuschläge und kein Jugend-Selbstbehalt. Runter mit den Versicherungsprämien für Jugendliche, und damit Schluss mit der unterschiedlichen Behandlung der Versicherungskunden. Dies wäre ein konstruktiver Beitrag all jener Autoversicherer, die ausgebildete und gesunde Kunden auf Dauer haben wollen."

Arbeitsgruppe zur Verbesserung der Fahrausbildung

Aus Sicht des ARBÖ ist die Arbeit für eine verbesserte Fahrausbildung bereits in der ersten Stufe wahrzunehmen. Der ARBÖ empfiehlt dem Verkehrsminister eine Arbeitsgruppe unter dem Vorsitz des Kuratorium für Verkehrssicherheit, die ihm verwertbare Vorschläge für die längst überfällige Reform des Fahrschulwesen ausarbeitet.

Nach Meinung von ARBÖ-Generalsekretär Dr. Hellar sind wesentliche Dinge zu verbessern:

  • Die gewerberechtliche Bestimmungen sind zu optimieren und die Voraussetzungen zum Betrieb einer Fahrschule sind neu und klar zu definieren.
  • Persönliche und sachliche Voraussetzungen für eine Fahrschulbewilligung sind ebenfalls zu optimieren. Der Zugang gehört erleichtert.
  • Dem Konsumenten muss ein umfassender Preis-/Leistungsvergleich durch die Fahrschulen ermöglicht werden.

Auch die Errichtung einer Fahrlehrerakademie nach dem Vorbild Deutschlands wäre nach Meinung von ARBÖ-Generalsekretär Dr. Hellar notwendig. Die Fahrlehrerausbildung und die dazu gehörende Weiterbildung sollte durch von den Fahrschulen unabhängige Institute durchgeführt werden.

Die Verbesserung bei der Aus- und Weiterbildung des Lehrpersonals ist absolut erforderlich und darf nach Meinung des ARBÖ nicht mehr durch den Fahrschulverband verzögert werden.

Wenn Verkehrsminister Ing. Mathias Reichhold ein Interesse an der besseren Ausbildung im Fahrschulwesen hat, besteht aus Sicht des ARBÖ dringender Handlungsbedarf in den nächsten Monaten. Denn Verkehrssicherheit hat Vorrang vor der jahrelangen Verhinderungstaktik durch den Fahrschulverband.

Kompromissbereitschaft auch hier erforderlich

Ein tauglicher Gesetzesantrag der SPÖ für ein neues Fahrschulgesetz bietet eine gute Grundlage zur Diskussion. Der ARBÖ erwartet hier eine gleichartige Kompromissbereitschaft der politischen Parteien, wie sie nun bei der kommenden Beschlussfassung für die Verkehrssicherheit und gegen "Alkohol und Drogen" im Verkehr erreicht werden konnte.

Verkehrsrecht eignet sich nicht für allzu lange Diskussionen, weil die Verkehrssicherheit mit dem Schutz von Menschenleben in engem Zusammenhang steht. ARBÖ-Generalsekretär Dr. Hellar abschließend:
"Eine sinnvolle Gesetzesbeschließung bedingt auch eine praktikable Umsetzung. Für die Teilnehmer am Straßenverkehr ist höchste Qualität in Aus- und Fortbildung zu gewährleisten."

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