Prammer: Schweden bei der Vereinbarkeit von Beruf und Familie zum Vorbild nehmen

Wien (SK) "Schweden zeigt, dass wir mit unseren Forderungen richtig liegen", ist SPÖ-Bundesfrauenvorsitzende Barbara Prammer überzeugt. Die SPÖ-Frauen nahmen sich bei einer Pressekonferenz am Mittwoch das Modell Schweden zum Vorbild, um bei einer Pressekonferenz ihre Vorstellungen zur Vereinbarkeit von Beruf und Familie darzulegen. Die Kernpunkte: Eingliederung der Kinderbetreuungseinrichtungen in das Schulsystem, flexible Elternkarenz, Einkommenssicherheit während der Karenz, Arbeitsplatzsicherheit und die Sicherstellung der Qualifikation beim Wiedereinstieg durch eine "Wiedereinstiegsmilliarde". ****

In Schweden seien Kinderbetreuungseinrichtungen generell in das Schulsystem eingegliedert. Das untermauert für Prammer die Forderung nach einem bundeseinheitlichen Rahmengesetz für Kinderbetreuungseinrichtungen. Die Bundesländer hätten analog zum System im schulischen Bereich die Möglichkeit, Ausführungsgesetze zu gestalten, "wo auf die regionalen Gegebenheiten eingegangen werden kann".

In Schweden sind 15 bis 20 Prozent der Väter in Elternkarenz, in Österreich sind es knapp 1,9 Prozent. Die SPÖ-Frauen leiten daraus die Forderung nach einem eigenständigen und flexiblen Rechtsanspruch auf Elternkarenz ab. "Eltern brauchen Zeit für ihr Kind", betonte Prammer. Dafür bräuchten sie einen Rechtsanspruch auf Karenzierung "zumindest bis zum sechsten Lebensjahr - darüber hinaus wäre noch besser". Voraussetzung ist die Flexibilisierung des Kindergeld-Systems und eine Umstellung auf ein Rucksack-System, da die Frauen mit dem Kindergeld auf die 2,5 Jahre Anspruch festgelegt sind. Ein einkommensabhängiges Karenzgeld soll zusätzlich zur Absicherung der Eltern beitragen.

Weiters fordern die SPÖ-Frauen die Verbesserung der Möglichkeiten für eine nahtlose Rückkehr an den Arbeitsplatz. Notwendig sei hier eine sogenannte "Wiedereinstiegsmilliarde" (in Schilling gedacht). Damit könnten Frauen nach der Karenz Qualifikationen erwerben, die ihnen den Wiedereinstieg sichern. Nebeneffekt: auch eine Neuqualifizierung und damit einhergehend ein Wechsel in eine Branche mit besseren Arbeitsplatzbedingungen sei damit möglich. Prammer nannte dazu als Beispiel die teilweise prekären Verhältnisse im Handel. (Schluss) up

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