Exporte nach Italien durch Ladegutprobleme gefährdet

Wien (PWK463) - Die ARGE Palettenpool der Bundessparte Industrie
hat bereits im August des Vorjahres durch Information von ÖBB-Dachverbänden EPAL, ECR und anderen, auf die untragbare Situation aufmerksam gemacht, dass durch diskriminierende Verhaltensweise einiger italienischer Abnehmer im Bezug auf die Verweigerung der Abnahme von Paletten eine untragbare Situation für den österreichischen Italienexport besteht. Grund war die Empfehlung der ECR-Italien (European Consumer Response - eine Organisation, die eigentlich der Verbesserung der Logistik zwischen Handel, Industrie und Konsumenten dienen sollte), dass italienische Unternehmen nur mehr Europool-Paletten mit der sogenannten "EPAL-Spange" (zusätzliche Überprüfung der Normengerechtigkeit der Normpaletten) akzeptieren sollen. Viele österreichische Exportunternehmen - vor allem des Nahrungs- und Genussmittelsektors - wurden von großen italienischen Handelsketten daraufhin informiert, dass nur mehr Neu-Paletten mit EPAL-Spange getauscht würden.

Die Folge: Euronorm-Paletten mit Epal-Spange sind in Österreich kaum oder nur zu stark überhöhten Preisen erhältlich; die zusätzliche Verwaltung eines eigenen Lagers bzw. einer eigenen Ladelogistik nur für den Italienexport widerspricht den Zielen der ECR, bürdet österreichischen Exportfirmen Zusatzkosten auf und führt zu einer Diskriminierung der österreichischen Industrie.

Die Sparte Industrie hat daher auch darauf hingewiesen, dass die (behauptete) Qualitätsinitiative der ECR auf dem Rücken der österreichischen Exportindustrie ausgetragen wird. Die Tatsache, dass italienische Unternehmen auch keinesfalls gleichwertige Paletten gegen die verlangten neuwertigen Lademittel tauschen wollen ,zeigt ,dass die ECR -Empfehlung oft nur als Feigenblatt für die Ausnutzung von Marktmacht dient. Dass es hier auch um beträchtliche Kosten geht, zeigt das Beispiel eines Nahrungsmittelunternehmens, das derzeit gerade eine Charge von 1200 Paletten in einem konkreten Fall wahrscheinlich "abschreiben" müssen wird.

Nach vielfacher Korrespondenz der Sparte Industrie mit den Dachverbänden der Bahn, der EPAL und der ECR auf nationaler und internationaler Ebene ist es nun am 21.6.2002 gelungen, Vertreter der italienischen Bahn, der QUALIPAL(EPAL Italien) und der ECR Italien zu einem Gespräch mit der Bundessparte Industrie und den ÖBB einzuladen und dort letztlich eine vom Präsident der EPAL , den italienischen Bahnen und dem Bahn-Dachverband UIC unterzeichnete Erklärung auszuverhandeln, wonach die Vorgangsweise der ECR kritisiert und als Diskriminierung gegen den Geist des EUR-Palettentauschsystems bezeichnet wird, welche dem System daher insgesamt beträchtlichen Schaden zufügt.

In wie weit dieser de-facto-Rückruf der (unverbindlichen) ECR-Empfehlung zu einer Verhaltensänderung der betroffenen italienischen Handelsunternehmen führt, ist abzuwarten. Noch weigerte sich ECR-Italien und QUALIPAL (entgegen der ausdrücklichen Unterstützung des Präsidenten des EPAL-Dachverbands), diese Erklärung an ihre Mitgliedsfirmen zu versenden.
Betroffene Unternehmen können sich jedoch an die ARGE-Palettenpool (Dr. Werner Müller, Tel: 50105-3214) wenden, um die zitierte Erklärung, die immerhin von den Dachverbänden und der italienische Staatsbahn getragen wird, ihren italienischen Partnern zur Kenntnis zu bringen. Eine italienische Übersetzung liegt demnächst vor.

Die Bundessparte Industrie nimmt in Aussicht, bei Vorliegen der unterschriebenen Version, diese in vier Sprachen auch in ihren Internetangeboten der "wko.at/bsi" zur Verfügung zu stellen. (us)

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Bundessparte Industrie
Dr. Werner Müller
Tel.: (++43-1) 50105-3214

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