FP-Wolfram: Desaströse Verkehrspolitik in Wien!

Wien, 26-06-2002 (fpd) - Die verfehlte und engstirnige SP-Verkehrspolitik im Bereich des Individualverkehrs war zentraler Kritikpunkt des Debattenbeitrags von LAbg. GR Gunther Wolfram im Zuge der Rechnungsabschlußdebatte.

Als erstes Kuriosum und Ärgernis nannte Wolfram die Problemzone Gürtel und verglich diesen dabei mit dem "Mittleren Ring" der Stadt München. Der Mittlere Ring, so Wolfram, übe die gleiche Funktion wie der Gürtel aus und stellte die Stadtplaner der bayrischen Hauptstadt in den 70´er Jahren vor ähnliche Probleme wie der Wiener Gürtel. In Bayern allerdings sah man im Gegensatz zu Wien die Notwendigkeit des fließenden Verkehrs als oberste Priorität an und unternahm alles, um diese wichtige Durchzugsstraße kreuzungsfrei zu gestalten - anders als beim Gürtel, auf dem durch die andauernden Ampelphasen der Verkehr fast täglich zum erliegen kommt.

Wolfram vermißt in Bereich des Gürtels ein wohldurchdachtes und funktionierendes Verkehrsleitsystem, das vor allem dazu dienen soll, die täglichen Stauqualen der Autofahrer zu beenden. Die Wiener Stadtregierung ist in dieser Frage derzeit völlig untätig und auch im großmundig angekündigten Masterplan ist diesem Thema keine einzige Zeile gewidmet.

Problemzone Reichsbrücke: 22 Jahre alt und bereits baufällig!

Die seit Jahrzehnten in Wien - kurze Zeit mint ÖVP-Beteiligung -regierende SPÖ hat auch beim seinerzeitigen Bau der Reichsbrücke ihre fehlende Weitsichtigkeit unter Beweis gestellt. Die Brückendilatationen sind ausgeschwemmt und verrostet - die Ende der 70´ er Jahre gebaute Billigvariante der Reichsbrücke muß in den nächsten Jahren dringend saniert werden und die Kosten werden rund 35 Millionen € betragen. Wären diese Entstandsetzungsmaßnahmen zeitgerecht und regelmäßig durchgeführt worden - den Wienerinnen und Wienern wäre wiedereinmal eine Menge erspart geblieben, so Wolfram

Problemzone B 227

Derzeit ist dieses Straßenprojekt völlig unausgegoren, dennoch wird im Masterplan der Stadt Wien die Fertigstellung der Nordbrückenverlängerung für das Jahr 2006 angegeben. Im vorgestellten Bauprojekt wird der Kreuzungsbereich der B 227 mit der Brünnerstraße niveaugleich vorgesehen was zur Folge haben wird, daß der tägliche Stau vor dem jetzigen Kreuzungsbereich mit der Brünnerstraße um 400 Meter stadtauswärts verlagert wird. Diese, so Wolfram, von den Wiener Freiheitlichen geäußerte Befürchtung hatte zu Folge, daß von der MA 28 mitgeteilt wurde, daß dieses Projekt wahrscheinlich von der ASFINAG übernommen wird. Damit schiebt die Wiener Stadtregierung die Verantwortung ganz einfach von sich.

Individualverkehr wird zwar verdrängt - es fehlen jedoch die Alternativen

Generell, so Wolfram, sei zu bemerken, daß der Individualverkehr in unserer Stadt auf Grund von einschneidenden Maßnahmen der sozialistischen Stadtverwaltung einer Verdrängungspolitik ausgesetzt sei, das Verkehrsaufkommen jedoch immer größer wird. Durch die Gebührenerhöhung bei den Wiener Linien wird von den Wiener Rathaussozialisten dieser Zunahme auch noch fleißig zugetragen und daher gibt es keine rationale Entwicklung eines vernünftigen Nebeneinander von Öffentlichen- und Individualverkehr.

Anstatt sich auf vernunftbetonte Maßnahmen zu besinnen, die eine Beschleunigung des Verkehrs mit sich bringen könnte, konzentriert man sich in trauter Zweisamkeit von Rot und Grün auf die "Vienna-City-Bike" Aktion. Nach der traurigen Bilanz der ersten Wochen - 300 Fahrräder sind auf "nimmer Wiedersehen" verschwunden -versucht man jetzt von seiten der Wiener Stadtverantwortlichen sich aus diesem Dilemma herauszuwursteln. Die nunmehr anfallenden Kosten für mögliche Umstellungen wird wahrscheinlich wiederum der Steuerzahler zu tragen haben.

Materplan Verkehr

Der "große Wurf" der Wiener Stadtregierung mit dem Masterplan ist bei genauerer Hinsicht ein Rohrkrepierer geworden da wesentliche und wichtige Straßenverbindungen nicht oder nur ungenügend berücksichtigt worden sind. Unabhängig von den desaströsen Individualverkehrsplanungen für Wien, zeigt die sozialistische Verkehrspolitik auch ihr Desinteresse an der Entwicklung des Schienennahverkehrs in der Bundeshauptstadt.
Die Wiener Verkehrspolitik hat durch die absolute Mandatsmehrheit der SPÖ großen Schaden genommen und für die verkehrsgeplagten Wienerinnen und Wiener kann man sich nur ein baldiges Ende dieses Alleinregierungsexperiments wünschen, so Wolfram abschließend. (Schluß) jen

Rückfragen & Kontakt:

Pressestelle
Tel.: (01) 4000 / 81 798

Klub der Freiheitlichen

OTS-ORIGINALTEXT UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS | NFW/NFW