Apotheker wehren sich gegen Liberalisierung des Arzneimittelmarktes

Innsbruck (OTS) - Zu dem am Montag im Profil erschienenen
Interview mit dem Leiter des Instituts für biochemische Pharmakologie Univ. Prof. Dr. Hartmut Glossmann stellt der Präsident der Tiroler Apothekerkammer, KR Mag. pharm. Carl Hochstöger fest: "Ich finde es empörend, dass ein Pharmakologe und Arzt den Verkauf von rezeptfreien Arzneimitteln in Tankstellen und Supermärkten fordert."

Glossmann sagte im Profil-Interview: "Erprobte Präparate sollten überall - zum Beispiel an Tankstellen 24 Stunden am Tag - frei erhältlich sein." Dazu Präsident Hochstöger: "Jeder Experte wird Herrn Glossmann bestätigen, dass ein derart uneingeschränkter Zugang zum Arzneimittel nicht nur den Arzneimittelkonsum in die Höhe treiben würde, sondern auch die Gefahr von Fehlbehandlungen und Nebenwirkungen erhöhen würde. Das Supermarktregal beantwortet keine Fragen nach Nebenwirkungen, und der Tankstellenwart ist damit auch in jedem Fall überfordert."

Arzneimittel sind zweifellos eine Ware besonderer Art, die keinen Platz in Selbstbedienungsregalen haben dürfen. Arzneimittel erfordern ganz im Gegenteil eine professionelle Information durch einen ausgebildeten Spezialisten, wie ihn die Apothekerinnen und Apotheker darstellen.

Hochstöger: "Wir wenden uns mit aller Schärfe und Deutlichkeit gegen alle Versuche, die Verantwortung für die Arzneimittel- und Therapiesicherheit unter Vorspiegelung einer zweifelhaften Marktliberalsierung auf den Patienten abzuwälzen. Dass ein solcher Vorstoß gerade von ärztlicher Seite kommt, ist empörend. Damit werden viele Bestrebungen, vor allem auch von Apothekerseite, konterkariert, der Bevölkerung einen sicheren Umgang mit Arzneimitteln nahe zulegen."

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Tiroler Apothekerkammer
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Tel.: 0664/2020488

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