NEUE BÜCHER IM HOHEN HAUS PRÄSENTIERT Zweiter Nationalratspräsident Prinzhorn stellt neue Werke vor

Wien (PK) - Der Zweite Präsident des Nationalrates Thomas
Prinzhorn stellte heute gemeinsam mit General i.R. Wilhelm
Lachnit und dem Leiter der Direktion für Sicherheitspolitik Erich Reiter zwei neue Bücher im Hohen Haus vor, die sich zum einen mit "Mitteleuropa" und zum anderen mit der PR der NATO im Krieg befassen. An der Veranstaltung nahm zahlreiches Publikum teil.

Prinzhorn erklärte in seiner Begrüßung, Österreichs Sicherheitspolitik befinde sich nicht erst seit dem
11. September 2001 im Stadium des Umbruchs. Der Zerfall des RGW
habe den Kontinent zwar ökonomisch zusammengeführt, sicherheitspolitisch gäbe es aber dessen ungeachtet noch alte und neue Herausforderungen. Dabei habe der Beitritt ehemaliger Mitglieder des Warschauer Vertrags zur NATO die Frage nach der Mittlerrolle Österreichs wieder in den Vordergrund gebracht.

Prinzhorn vertrat die Ansicht, dass neben kulturellen und wirtschaftlichen Beziehungen sicherheitspolitische Verbindungen
den europäischen Raum prägen müssten, mit welchem Thema sich auch die beiden Publikationen auseinandersetzten. Baumann und Hauser beleuchteten dabei auf kompetenteste Weise die geopolitische Situation Österreichs, aber auch den Mitteleuropa-Gedanken. Schobers Buch erhelle die Informationskonzepte der NATO durch sorgfältiges Quellenstudium und zahlreiche Interviews mit den entscheidenden Persönlichkeiten, schloss Prinzhorn.

MITTELEUROPA UND ÖSTERREICH

"Die Sicherheit Österreichs und jene Europas ist untrennbar miteinander verbunden. Eine zeitgemäße Sicherheitspolitik orientiert sich nicht primär an Bedrohungen, sondern an der Fragestellung, wie Europa zu gestalten ist, um Bedrohungen gar
nicht entstehen zu lassen. Ziel moderner Sicherheitspolitik ist daher die Herausbildung und Aufrechterhaltung einer möglichst
hohen politischen, wirtschaftlichen, sozialen und ökologischen Stabilität insbesondere im eigenen Umfeld." Von diesen Erkenntnissen aus der Feder von Bundesminister Herbert Scheibner ausgehend, verfassten Scheibners Sekretär Wolfgang Baumann und Gunther Hauser einen Band über "Mitteleuropa", in welchem Scheibners These, wonach die exponierte geopolitische Lage Österreichs in Mitteleuropa und das damit verbundene sicherheitspolitische Bedürfnis nach Stabilität und Frieden eine Ausweitung der Stabilitätszone nach Ost- und Südosteuropa erfordern, entsprechend eingehend erörtert wird.

Dabei gehen die Autoren den Jahrhundertweg von mitteleuropäischen Konzeptionen vor dem Ersten Weltkrieg bis zur GASP der
Europäischen Union. Dabei kommen sie zu ähnlichen Schlüssen wie Minister Scheibner, der in seinem Vorwort meint: "Österreichs jahrhundertealte Erfahrungen mit seinen Nachbarn sollte
Österreich im eigenen und im Interesse Europas von Nutzen sein,
um im Zentrum Europas einen Raum des Friedens, der Stabilität und der Prosperität zu gestalten."
Diese Auffassungen teilt auch Bundesministerin Benita Ferrero-Waldner in ihrem Vorwort, die darauf hinweist, dass Österreich
"als ein wesentlicher Bestandteil Mitteleuropas" jahrhundertelang das Zusammenleben und die Geschichte der mitteleuropäischen
Völker mitbestimmt und -gestaltet hat: "Österreich ist deshalb aufgerufen, sich aufgrund seiner historischen Erfahrung und geopolitischen Rolle in Mitteleuropa seiner besonderen Aufgabe in der Heranführung der mittel- und osteuropäischen Beitrittsländer in die EU in besonderem Maße anzunehmen und behilflich zu sein."

Das Buch "Mitteleuropa" von Wolfgang Baumann und Gunther Hauser
ist im Verlag "Austria Medien Service" erschienen, umfasst 467 Seiten und ist im Buchhandel erhältlich.

DIE VIERTE FRONT

Das zweite Buch, verfasst von Wolfgang Schober, befasst sich
unter dem Titel "Die 4. Front" mit der PR der NATO im Krieg am Beispiel ihres Kosovo-Feldzuges 1999. Der Autor konnte dabei auf bislang unveröffentlichte Originalquellen zurückgreifen und mit den maßgeblichen Verantwortlichen der NATO-Informationskampagnen Interviews führen. Das Buch bietet Einblicke in Struktur, Organisation und Ablauf der Medienarbeit der NATO auf sicherheitspolitischer wie auf militärischer Ebene. Ergänzt wird die Darstellung durch Quellenmaterial, auf welchem auch die
konkrete Strategie der NATO in ihrer Informationsarbeit beruhte.
Die daraus zu gewinnenden Erkenntnisse vergleicht der Autor mit
den medialen Kommunikationsmustern im Afghanistaneinsatz 2001/02, wodurch die Publikation auch einen überaus hohen Aktualitätswert besitzt. Das Buch ist im "Literas-Universitätsverlag" erschienen, umfasst 180 Seiten und ist im Buchhandel erhältlich. (Schluss)

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