Wiener Gemeinderat (2)

Aktuelle Stunde

Wien, (OTS) Im Anschluss an die Fragestunde fand eine von der FPÖ beauftragte Aktuelle Stunde zum Thema "Das Historische Museum der Stadt Wien - soll eine renommierte Kulturinstitution dem linken Zeitgeist geopfert werden?" statt.

GR Mag. Heidemarie Unterreiner (FPÖ) stellte fest, dass die Wiener FPÖ vor rund eineinhalb Jahren die Ausgliederung der Museen der Stadt Wien begrüßt habe. Nun erfolge aber die Demontage des Direktors des Historischen Museums der Stadt Wien Dr. Düriegl. Nachdem das Kuratorium ein Vorschlagsrecht für den künftigen Museumsdirektor habe, befürchte sie einen Linksruck. Weiters kritisierte Unterreiner heftig sowohl personell als auch inhaltlich die Dreier-Gruppe, die die Vorstudie für ein neues historisches Museum erstellt hat.

GR Marie Ringler (G) ortete eine fehlende klare Profilierung des Historischen Museums. Ein Museum müsse ein Ort der Auseinandersetzung sein und dieser Aspekt sollte in künftige Diskussionen und Planungen für ein neues Wiener Stadtmuseum einfließen.

StR. Dr. Peter Marboe (ÖVP) kritisierte, dass es seit der Ausgliederung der Museen der Stadt Wien mit dem Historischen Museum bergab gegangen sei. Die Fristverkürzung zur Findung einer neuen Direktion halte er für unseriös. Es sei sehr bedauerlich, wenn ein Museum, das gute Arbeit geleistet habe, internationale Beachtung verliere.

GR Dr. Michael Ludwig (SPÖ) lobte die hervorragende Arbeit von Dr. Düriegl und seinem Team. Unbestritten gebe es neue Herausforderungen durch die generelle Umstrukturierung der Museenlandschaft in Wien. Die Vorstudie diene auch dazu, internationale Erfahrungen, Beobachtungen und Aspekte einzubringen.

GR Mag. Christoph Chorherr (G) betonte, dass es notwendig sei, bei der Diskussion über ein neustrukturiertes Historisches Museum auch die Erfahrungen von Museumsdirektoren von Stadtmuseen anderer großer Städte aufzunehmen. Seiner Meinung nach sei im Historischen Museum der Stadt Wien eine stärkere Thematisierung des 20. Jahrhunderts gefragt.

GR Dr. Andreas Salcher (ÖVP) forderte, dass ein neues Historisches Museum ein "Besuchermuseum" sein müsse. Er befürchte unter den gegenwärtigen Voraussetzungen ein kaltes und kopflastiges Museum, in das niemand gerne hineingehe. Das Historische Museum müsste unbedingt ein Museum für die Wienerinnen und Wiener sein, das diese auch gerne und mit Interesse besuchen.

GR Mag. Harald Stefan (FPÖ) sprach von einem Mobbing auf höchster Ebene im Bezug auf Herrn Direktor Düriegl und wandte sich vehement gegen seine Demontage, wie er es bezeichnete. Das Historische Museum sei ein Museum mit konservativem Charakter. Dies sollte künftig beibehalten werden und weiterhin einen guten Überblick über die vielfältige Historie der Stadt Wien bieten.

Kulturstadtrat Dr. Andreas Mailath-Pokorny (SPÖ) meldete sich zu einer tatsächlichen Berichtigung zu Wort. Er betonte, dass die Vorstudie, wie der Name schon sagt, nicht mehr und nicht weniger als eine Vorstudie zu einem Leitbild für ein Wiener Stadtmuseum sein solle. Den Vorwurf, dass die Autoren der Vorstudie "SP-linientreue Dilettanten" seien, wies er aufs Heftigste zurück. Gegen den Vorwurf der "Erpressung" in der Causa Cosmos-Frauenraum von GR Ringler behalte er sich rechtliche Schritte vor, sollte dieser noch einmal erhoben werden.

GR Gerda Themel (SPÖ) erläuterte, dass bei der Enquete im Historischen Museum zu dessen Zukunft alle Parteien ihre Ansichten hätten darlegen können. Auftraggeber der Vorstudie sei das Wissenschaftszentrum Wien gewesen, führte Themel aus, weil ein Vorredner Unklarheiten über den Auftraggeber gemutmaßt hatte. Wichtig sei, dass das Historische Museum künftig wettbewerbsfähig sei. (Forts.) du/rr

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