Lobbying als strategische Zukunftsaufgabe

Industrie warnt vor Regelungswut ohne Rücksicht auf die Probleme der Unternehmen

Wien (PWK462) - "Umweltpolitisches Lobbying für die Wirtschaft
wird zunehmend schwieriger. Die Vielzahl der Richtlinien-, Gesetzes-und Verordnungsvorhaben, die gleichzeitig auf EU-Ebene und in Österreich entwickelt werden, machen eine optimale Bündelung der ohnehin nur knapp vorhandenen Ressourcen erforderlich, um die Interessen der Unternehmen bestmöglich vertreten zu können. In den meisten Fällen geht es dabei um die Gewährleistung von Rechtssicherheit und langfristig planbaren Rahmenbedingungen für die Betriebe sowie um die Verhinderung von Wettbewerbsnachteilen durch überzogene nationale Regelungen - durchaus berechtigte Anliegen also, die nicht in der allseits grassierenden Regelungswut untergehen dürfen", meinte Hannes Margreiter, Umweltsprecher der Sparte Industrie der Wirtschaftskammer Österreich, Dienstag Nachmittag am Rande einer Sitzung des "Umweltsprechertages der österreichischen Industrie".

In einem Podiumsgespräch zum Thema "Lobbying in der Umweltpolitik -Mythos und Realität" diskutierten unter der Moderation von Axel Steinsberg, EU-Referent der Abteilung für Umwelt-, Energie- und Infrastrukturpolitik der WKÖ: Adrian Harris, Generalsekretär des europäischen Verbandes der Maschinen-, Elektro- und metallverarbeitenden Industrien (Orgalime, Brüssel), Stephan Schwarzer, Leiter der Abteilung für Umwelt-, Energie- und Infrastrukturpolitik der WKÖ sowie Christian Mandl, Leiter der Stabsabteilung EU-Koordination der WKÖ.

Ein Blick auf nur einige der derzeit für die Industrie aktuellen Themen wie Umwelthaftung, Emissionshandel, Aarhus-Konvention, Altauto- und Elektroaltgeräte, Abfallverbrennung und Vorbereitung der Detailregelungen rund um das AWG 2002 zeige, dass drei Dinge essentiell sind für erfolgreiches Lobbying: fachlich exzellent aufbereitete Argumente, exaktes Timing und ein Netzwerk aus Mitspielern und politischen Kontakten, die sowohl die "big points" als auch eine Vielzahl von Detailanliegen transportieren können. Nur ein optimales Zusammenspiel dieser Elemente könne sicherstellen, dass die Anliegen der Unternehmen gehört und Begutachtungen neuer Regelungen nicht zur Farce werden. "Unternehmen zeigen meist wenig Verständnis dafür, wenn ihre realen Probleme in politischen Junktims untergehen", betonte Margreiter. (hp)

Rückfragen & Kontakt:

Bundessparte Industrie
DI Oliver Dworak
Tel.: (++43-1) 50105-3423

Wirtschaftskammer Österreich

OTS-ORIGINALTEXT UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS | PWK/PWK