Ökobüro-Tagung zum Weltumweltgipfel: "Gentechnik und Welternährung"

"Gentechnik ist nicht die Lösung, sondern Teil des Problems"

Wien (OTS) - "Gentechnik und Welternährung" lautet das Thema einer vom Ökobüro veranstalteten Tagung, die im Vorfeld des Weltumweltgipfels "Rio plus 10" heute in Wien stattfindet. Eines der zentralen Themen beim Weltumweltgipfel in Johannesburg wird die Frage der Armutsbekämpfung sein. Unter diesem Blickwinkel könnte die Rolle der Gentechnik bei der Bekämpfung des globalen Ernährungsproblems wesentlicher Teil der Diskussion werden."

"Da die Ursachen für den "Welthunger" primär nicht in zu niedriger Produktion, sondern in sozial ungerechter Verteilung liegen, ist Gentechnik kein geeigneter Ansatz, um das Problem zu lösen", zeigt sich Susanne Fromwald, Gentechnikexpertin von Greenpeace überzeugt. "Gentechnik ist nicht die Lösung, sondern Teil des Problems", so Fromwald weiter. "Die "Grüne Gentechnik" wird für viele kleine Farmer unerschwinglich sein und sie zum Aufgeben zwingen. Das wiederum hat verheerende Auswirkungen auf die Lebensmittelversorgung in den Entwicklungsländern." Eva Lachkovics von WIDE Österreich verdeutlicht die besondere Betroffenheit der Frauen: "70 Prozent der Armen der Welt sind Frauen, sie machen den überwiegenden Teil der Hungernden und Unterernährten aus." Sie warnt davor, dass eine Technologie wie die Gentechnik "in den Händen der Reichen und Mächtigen die ungleiche Verteilung von Ressourcen zementiert - die ungleiche Verteilung zwischen Nord und Süd ebenso wie die ungleiche Verteilung zwischen Frauen und Männern." Werner Müller von Ecological Risk Research betont in seinem Statement die generellen ökologischen Risiken des Einsatzes von Genpflanzen in der Landwirtschaft: "Die Frage der Koexistenz einer ökologischen und konventionellen gentechnikfreien Produktion mit einem großflächigen GVO-Anbau ist immer noch ungelöst. In jedem Fall sollte bis zur Klärung der Frage der Koexistenz der Anbau von Genpflanzen untersagt werden." In die selbe Kerbe schlägt Daniel Hausknost, Gentechnikexperte von GLOBAL 2000: "Eine Legalisierung des kommerziellen Anbaus von Genpflanzen würde den Fortbestand der biologischen und der gentechnikfreien konventionellen Landwirtschaft in Österreich massiv gefährden." Hausknost befürchtet einen "Dammbruch" für Gentechpflanzen in Österreich, sollte das de-facto-Moratorium, das derzeit den Anbau von GVO in Österreich verhindert, fallen. Mit einem Schlag können dann bis zu einem Dutzend verschiedene Gen-Pflanzen kommerziell angebaut werden, darunter Genmais, -raps, -zuckerrüben und -erdäpfel. Sowohl Müller als auch Hausknost sprechen sich deshalb für eine gentechnikfreie Zone Österreich aus.

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