Ein Jahr ÖAMTC-Flugrettung in der Steiermark: Über 1.700 Einsätze

Christophorus-Hubschrauber haben sich bewährt

Wien (ÖAMTC-Presse) - Die beiden steirischen Notarzthubschrauber Christophorus 12 und 14 sind bereits voll im steirischen Rettungswesen integriert und flogen im ersten Jahr bereits über 1.700 Einsätze. Die Zusammenarbeit zum Wohl der Verunglückten und Erkrankten funktioniert klaglos. Frau Landeshauptmann Waltraud Klasnic: "Über 100 Menschen in der Steiermark verdanken Christophorus und seinen Teams ihr Leben. Mit Christophorus und dem Einsatz seiner Mitarbeiter fühlt man sich in der Steiermark sicher und geborgen."

"Keine starren Strukturen sondern Flexibilität zeichnet die ÖAMTC-Flugrettung aus", betont Univ.Prof. Dr. Drago Dacar, leitender Notarzt des Grazer Hubschraubers Christophorus 12. "Unsere Wünsche für die medizinische Ausrüstung des Hubschraubers werden umgehend berücksichtigt." Für den steirischen ÖAMTC-Direktor Dr. Paul Fernbach entspricht dies der mittlerweile über 100-jährigen Clubphilosophie:
"Die bestmögliche Hilfe für in Not geratene Mitmenschen gilt nicht nur am technischen Sektor sondern vielmehr noch bei lebensbedrohlichen Verletzungen." Die Erfolgsstory der beiden steirischen Notarzthubschrauber wäre aber ohne die engagierte Mitarbeit der Ärzteschaft, des Roten Kreuzes und der Bergrettung sowie dem zuständigen Amt der Landesregierung nicht möglich. Fernbach: "Neben der Bereitstellung von Crewmitgliedern organisiert das Rote Kreuz mit seinen Einsatzleitstellen auch die Hubschrauberkoordinierung und ohne die Profis der Bergrettung wären Bergungen von Verunglückten aus unwegsamem Gelände unmöglich."

100 Lebensrettungen

"Nicht den Patienten so rasch wie möglich ins Krankenhaus sondern das Spital auf schnellstem Wege zum Patienten", dieses Erfolgsrezept der Notfallmedizin rettet Menschenleben. Für rund 100 Personen war die rasche notärztliche Versorgung direkt am Unfallort lebensrettend. Insgesamt wurden Christophorus 12 und 14 seit 1. Juli 2001 bis 24. Juni 2002 1.735 Mal alarmiert. Fast 83 Prozent der Rettungsflüge galten Primäreinsätzen, bei denen das Christophorus-Team direkt zum Notfallort gerufen wurde.
11 Prozent waren Verlegungsflüge von einem Krankenhaus in ein anderes und 103 Starts erwiesen sich nachträglich als Fehleinsätze.

Während beim Grazer Hubschrauber Christophorus 12 mit 21 Prozent internistische Notfälle die Einsatzstatistik anführen, wurde der Ennstaler Helikopter Christophorus 14 mit 45 Prozent am häufigsten zu Sport- und Freizeitunfällen gerufen. Allein 280 Einsätze davon wurden in alpinem Gelände geflogen. 89 verletzte oder erkrankte Personen konnten nur mittels Taubergung gerettet werden.

7 Millionen Euro Investition

Die ÖAMTC-Flugrettung hat in die Modernisierung der steirischen Flugrettung bisher über sieben Millionen Euro investiert. Rund 6,5 Millionen Euro kosteten die beiden Einsatzmaschinen für Graz und Niederöblarn. Die hochmodernen Hubschrauber entsprechen allen europäischen Richtlinien für Notarzthubschrauber und stechen durch besondere Leistungsstärke und geringe Lärmentwicklung hervor. Nahezu tagtäglich beweist Christophorus 14 die perfekte Hochgebirgstauglichkeit der EC 135. Über 500.000 Euro hat der Hangarneubau für Christophorus 14 am Flugplatz der Sportunion in Niederöblarn gekostet. Christophorus 12 bleibt weiterhin am Flughafen Graz stationiert.

ÖAMTC-Wunsch an Sozialversicherung: Satzungsänderungen zu Gunsten der Notfallmedizin

Nach den Satzungen der Sozialversicherungen ist für die Krankenkassen nach wie nicht die notfallmedizinische Erstversorgung am Unfallort sondern nur der Transport des Patienten in ein Spital für die Bezahlung des Einsatzes ausschlaggebend. ÖAMTC-Flugrettungschef Kurt Nordberg: "Abgesehen davon, wird erst Wochen später die medizinische Notwendigkeit geprüft und dann erst entschieden, ob der Einsatz notwendig war und der Transport überhaupt bezahlt wird."

Auch beim Gesundheitsministerium ist man sich seit Jahren dieser Problematik bewusst und hat bereits im Juni 1999 mit einem Schreiben an den Hauptverband der österreichischen Sozialversicherungsträger klargestellt: "...,dass der relevante Zeitpunkt dieser Beurteilung einzig jener bei bzw. kurz vor der Anforderung des Notarzthubschraubers sein kann."

Bei Freizeit- und Sportunfällen in alpinem Gelände ist die Sozialversicherung nur für den Transport "im Tal" zuständig und zahlt daher - bei entsprechend schweren Verletzungen - nur einen Teil der Transportkosten. Für die darüber hinausgehenden Kosten muss der Patient bzw. dessen private Versicherung aufkommen. Über 95 Prozent der Betroffenen sind dafür, wie z.B. mit dem ÖAMTC-Schutzbrief, abgesichert.

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ÖAMTC-Pressestelle/Manfred Pfnier

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