PhysiotherapeutInnen wollen Heilmasseure beschäftigen

Wien (OTS) - In einem Schreiben an die Mitglieder des Gesundheitsausschusses fordert der Bundesverband der diplomierten PhysiotherapeutInnen Österreichs (öPv) eine Optimierung des Heilmasseurgesetzes. Die PhysiotherapeutInnen wollen künftig in ihren Praxen auch Heilmasseure sowohl während als auch nach deren Ausbildung beschäftigen dürfen.

Hintergrund des Tauziehens um die Paragrafen: Einerseits sind Schädigungen des Bewegungsapparates längst zur Volkskrankheit Nummer Eins geworden, andererseits lässt der anhaltende Trend zu Wellness und Fitness das Massagegeschäft florieren. Jedes Jahr werden unzählige Heilmasseure im Schnellsiedeverfahren - die Kurse dauern in der Regel zwischen sechs und zwölf Wochen - ausgebildet.

Befugnisse für Patienten kaum durchschaubar

Für die Konsumenten, sprich: Patienten, ist die derzeit geltende Regelung von Berufsbildern und -befugnissen allerdings kaum durchschaubar.

Diplomierte PhysiotherapeutInnen absolvieren eine dreijährige -theoretische und praktische - Ausbildung an einer der 13 Physiotherapie-Akademien. Die Ausbildung schließen sie mit einem staatlich anerkannten Diplom ab. Sie sind befugt, physiotherapeutische Befunde zu erheben und Therapiepläne zu erstellen, bzw. durchzuführen. Das Spektrum dabei ist fast grenzenlos und reicht von Bewegungstraining und klassischer Massage über Bäder und Packungen bis zur Mobilisation von Gelenken und Atemtherapie.

Heilmasseure, deren Ausbildung im Zuge des geplanten Heilmasseurgesetzes neu geregelt und ausgeweitet werden soll, können derzeit nur bei Ärzten und in Krankenanstalten beschäftigt werden. Sie dürfen ausschließlich auf ärztliche Anweisung Heilmassagen und etwa Packungen oder Bäder verabreichen jedoch keine Bewegungstherapie durchführen.

Gewerbliche Masseure (etwa in Massageinstituten) dürfen klassische und Spezial-Massagen zur Entspannung, aber keine Massagen zu Heilzwecken durchführen. Daraus resultiert, dass ihre Kunden keinen Anspruch auf Krankenkassen-Leistungen haben.
Die Diplomierten PhysiotherapeutInnen wollen nun Heilmasseure sowohl im Rahmen ihrer Ausbildung als auch danach beschäftigen. Fachärzte für physikalische Medizin und Ärztekammer lehnen dies allerdings strikt ab.

PhysiotherapeutInnen haben nötige Kompetenz

"Nachdem Massage einen Teilbereich des physiotherapeutischen Berufsbildes darstellt, ist es selbstredend, dass die Anleitungskompetenz sowohl in der Ausbildung als auch in der Berufsausübung gegeben ist", stellt die Präsidentin des Bundesverbandes der Diplomierten PhysiotherapeutInnen Österreichs (öPv), Silvia Mériaux-Kratochvila, fest.

Neuer Arbeitsmarkt für Heilmasseure

Hätten die freiberuflich tätigen diplomierten PhysiotherapeutInnen die Möglichkeit, Heilmasseure zu beschäftigen, würde dies auf Anhieb rund 70 neue Arbeitsplätze in ganz Österreich schaffen. Somit würde für Heilmasseure nicht nur ein breiter Arbeitsmarkt eröffnet, sondern auch "das Angebotsspektrum für PatientInnen erweitert und ein wesentlicher Beitrag zur Sicherstellung ihrer Betreuung geleistet", ist die öPv-Präsidentin, Mériaux-Kratochvila, überzeugt.

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