Pflichtdeutschkurse: Diktat oder Integrationsleistung?

Innenpolitik - JournalistInnen diskutieren über "Integrationsvertrag"

Wien (OTS) - Über die verpflichtenden Deutschkurse für MigrantInnen diskutiert morgen Donnerstag, dem 27. Juni eine hochkarätige JournalistInnenrunde um 18.30 Uhr auf dem Uni Campus:
Bei der vom Integrationsfonds veranstalteten Podiumsdiskussion "Und bist du nicht willig..." analysieren Norbert Stanzel (Kurier), Joachim Riedl (Format) und Eva Linsinger (Der Standard) die von der Bundesregierung beschlossene Regelung.

Die vom Integrationsfonds angebotenen Deutschkurse werden regelrecht gestürmt und sind permanent überbucht. Insgesamt 12.000 Menschen büffelten seit 1998 im Rahmen der "Sprachoffensiven" des WIF die deutsche Sprache. Wien weit haben in den letzten fünf Jahren über 25.000 MigrantInnen Deutschkurse besucht. Trotz der starken Nachfrage verpflichtet die Bundesregierung MigrantInnen in der so genannten Integrationsvereinbarung, ab 1. Jänner 2003 zum Deutsch lernen.

Als "schikanös, existenzbedrohend und zynisch" bewerten der Wiener Integrationsfonds wie auch VertreterInnen der NGOs (Non Governmental Organisations) die neue Regelung. Kritisiert werden vor allem die angedrohten Zwangsmaßnahmen: Wird ein Kurs nicht bewältigt, reichen die Sanktionen von Geldstrafen über die Kürzung von Sozialleistungen bis zum Verlust der Aufenthaltsberechtigung.

Ein weiterer Kritikpunkt sind die Kurskosten: Der Bund will nur 50 % der Kosten für verpflichtende Deutschkurse übernehmen. Wie etwa Arbeitslose bei einem so hohen Selbstbehalt ihrer Verpflichtung nachkommen sollen, lässt der Integrationsvertrag offen.

Podiumsdiskussion: Do. 27. Juni, um 18.30 Uhr, Uni Campus, Hof 2, Hörsaal A, Alserstraße 4, 1090 Wien - nähere Infos auch auf http://www.wif.wien.at

Rückfragen & Kontakt:

Gabriele Philipp,
Pressereferentin des Wiener Integrationsfonds ,
Tel.: 4000/81547;
g.philipp@wif.wien.at

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