Pirklhuber: Statt Kanalautobahnen dezentrale, ökologische Lösungen forcieren

Rechnungshof teilt Kritik der Grünen an Siedlungswasserwirtschaft

Wien (OTS) "Das gesamte System der Finanzierung und Förderung der Siedlungswasserwirtschaft wäre zu überdenken und das Verfahren zu vereinfachen", schreibt der Rechnungshof im Mai 2002. "Dezentrale und ökologische Lösungen, wie sie die Grünen seit Jahren fordern, wären gerade für den ländlichen Raum eine derartige Vereinfachung, die zudem kostengünstiger ist als das bestehende System", so Wolfgang Pirklhuber, Landwirtschaftssprecher der Grünen und Mitglied in der Kommission, anlässlich der heutigen Sitzung der Kommunalkredit AG, der die Abwicklung der Projekte in der Siedlungswasserwirtschaft obliegt.

"Alternative Abwasserkonzepte werden allerdings nach wie vor behindert, anstatt offensiv vorangetrieben zu werden. Dazu kommen gravierende Vollzugsmängel auf örtlicher Ebene: Die BürgerInnenbeteiligung lässt zu wünschen übrig, und Variantenuntersuchungen zur Findung der optimalen Lösung fehlen oder sind veraltet", so Pirklhuber.

Notwendig ist daher ein Moratorium für neue Projekte (Bauabschnitt 01) im ländlichen Raum bis zur vollständigen Überarbeitung der technischen Richtlinien. Die vor kurzem erfolgte Überarbeitung ist zu wenig. Das höchste Einsparungspotential ist durch eine gute Planung erzielbar. Notwendig ist daher ein verbindlicher Planungswettbewerb für Projekte ab 200 EGW (Einwohnergleichwerte) und eine entsprechende Harmonisierung mit dem Wasserrechtsgesetz, sowie ein umfassendes Controlling durch die Kommunalkredit AG.

Bespielhaft für die Schwäche des derzeitigen Systems ist der heutige Antrag des Abwasserverbandes Völkermarkt-Jaunfeld, der 8 Mio Euro umfaßt. So werden in einem Teilabschnitt dieses Projektes Anschlusskosten von nahezu 30.000 Euro pro Haus projektiert. Die mittlere Kanallänge je Anschluß beträgt 250 Meter. 57 Pumpstationen sind gegenwärtig im Einsatz, um Abwässer zur zentralen überdimensionierten Kläranlage des Abwasserverbandes zu pumpen. "Dezentrale Anlagen kämen deutlich billiger. Umweltminister Molterer muß daher endlich von seinen Kompetenzen Gebrauch machen und dezentrale Lösungen im ländlichen Raum forcieren", so Pirklhuber abschließend.

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