Bausperre Grinzing: Stadtplanung sichert alte Ortskerne

Nachhaltiger Schutz für Wiener Heurigenorte sowie Wald- und Wiesengürtel

Wien (OTS) Ein wesentliches Ziel der Wiener Stadtentwicklung ist es, sowohl die alten Ortskerne wie z.B. Grinzing, Sievering, Neustift und Salmannsdorf in ihrem Bestand als alte Weinhauer- und Heurigenorte zu erhalten als auch die angrenzenden Bereiche des Wald und Wiesengürtels mit den landschaftsprägenden Weingartenflächen zu schützen. Jüngste diesbezügliche Maßnahme ist die Verhängung einer Bausperre für den Bereich Grinzing, um hier unerwünschten Entwicklungen von vornherein entgegenwirken zu können. Wie Wiens Planungsstadtrat Rudolf Schicker dazu am Mittwoch gegenüber der Rathauskorrespondenz betonte, werde damit nicht nur ein wesentlicher Teil dieser "typischen" Wiener Gebiete vor unliebsamen Eingriffen geschützt, sondern soll durch entsprechende Maßnahmen auch der Wald-und Wiesengürtel nachhaltig gesichert werden. "Der Wienerwald feiert heuer sein Millennium, 2005 jährt sich die Beschlussfassung zum Wiener Wald- und Wiesengürtel zum 100. Mal. Der Stadt Wien ist es ein Anliegen, mit den Instrumenten der Stadtplanung nicht nur die alten, historischen Ortskerne in ihrer Identität zu bewahren, sondern auch das Naherholungsgebiet der Weinberge und des Wienerwalds zu erhalten", so Schicker.****

Ausgangspunkt für die Bausperre in Grinzing waren unterschiedliche Bauprojekte, die für den Grinzinger Ortskern in Vorbereitung sind. Die Wiener Stadtplanung nahm diese zum Anlass für eine eingehende Auseinandersetzung mit den bestehenden Bebauungsbestimmungen und den Vorstellungen für das künftige Ortsbild von Grinzing.

Dabei zeigte sich, dass eine - für diesen sensiblen Bereich unerwünschte - massive Ausnützbarkeit der Bauplätze im Neubaufall möglich wäre. Aufgrund der hohen Grundpreise in attraktiven Lagen, wie beispielsweise in Grinzing, ist davon auszugehen, dass die derzeit möglichen Baumassen und Volumina in einer das Stadtbild schädigenden Form ausgeschöpft würden. Um diese möglichen negativen Entwicklungen hintan zu halten, wurde dem Gemeinderatsausschuss für Stadtentwicklung und Verkehr am 5. Juni 2002 eine zeitlich begrenzte Bausperre für den Ortskern Grinzing vorgelegt. Diese soll heute vom Gemeinderat beschlossen werden.

Nachdem die Bauordnung für Wien seit dem "Grinzing-Plan" von Prof. Gustav Peichl mehrmals novelliert wurde, müssen vor allem die derzeit festgesetzten Bebauungsbestimmungen insofern überarbeitet werden, als sie zusehends schwerer vollziehbar sind. Zum Teil entsprechen sie auch den heutigen Zielsetzungen für diesen sensiblen Bereich des 19. Bezirkes nicht mehr und müssen daher neu überdacht werden. Mit der Bausperre soll nunmehr verhindert werden, dass die Planungsarbeiten der Stadt Wien im Zuge der Ausarbeitung eines Flächenwidmungs- und Bebauungsplanes durch unerwünschte Baumaßnahmen in der ausgewiesenen Schutzzone von Grinzing unterlaufen werden.

Schutz des Wald- und Wiesengürtels

Auch dem Schutz des Grünraumes in den Wein- und Heurigengebieten Wiens wird durch die Instrumentarien der Stadtplanung Rechnung getragen. 2005 jährt sich zum 100. Mal der Beschluss zur Schaffung des Wald- und Wiesengürtel, die Stadtplanung legt daher besonderes Augenmerk auf die Erhaltung dieses Grünraums und hat es sich zum Ziel erklärt, Verhüttelungen dieser Naherholungsgebiete zu verhindern. Einerseits soll dieses Ziel durch einen forcierten Ankauf von Grundflächen in diesen Bereichen durch die Stadt Wien erreicht werden, andererseits durch strenge Überprüfung und Überwachung von Bauführungen in diesen Gebieten und das Hintanhalten von "Aufweichungen" der gesetzlichen Bestimmungen. Damit sollen die landschaftsprägenden und für Döbling und alle anderen Wiener Weinbaugebiete typischen Siedlungsformen und der Landschaftscharakter für die nachfolgenden Generationen erhalten bleiben. (Schluss) gb

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