"Kleine Zeitung" Kommentar: "Einzementiert" (von Carina Kerschbaumer)

Ausgabe vom 26.06.2002

Graz (OTS) - Der Personalvertreter der Postbusse darf zufrieden sein. Nahezu alle 1600 Busse blieben in den Garagen. Die wenigen Streikbrecher nicht mehr als vereinzelte "Irrläufer".

Solche Irrläufer sollen im Herbst dann nicht mehr vorkommen. Da droht der Gewerkschafter mit dem ersten geordneten Streik. Und damit der Streik ein Erfolg wird, besorgt er sich bereits Streik-Unterlagen
aus Deutschland.

Bleibt die Frage, was für einen Gewerkschafter ein Erfolg ist. SP-Chef Gusenbauer & Co. hat der Postbusvertreter bereits aufgefordert, ihn bei seiner "Oppositionsarbeit" zu unterstützen. Postbusse instrumentalisiert als politisches Kampfmittel? Welche Farce.

Nachvollziehbar ist dieser Streik jedenfalls nicht. Sollen Verluste mittels Arbeitsplatzgarantie zu Lasten Dritter auf alle Zeiten einzementiert werden?

Nachvollziehbar ist aber die Verunsicherung der kündbaren Postbus-Mitarbeiter. Zumal ihr eigener Vorstand auf Fragen über Verkauf und Teilprivatisierung nur hilflos an den Eigentümer, die ÖIAG bzw. Regierung, weiterverweist. Zumal die Regierung kein Konzept vorlegt. Und zumal völlig offen ist, was mit jenen Postbuslinien - immerhin die Hälfte - passiert, die nur eines einfahren: Verluste. ****

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