Wiener Gemeinderat (7)

Rechnungsabschluss 2001 - Kultur und Wissenschaft

Wien, (OTS) Die Grün-Abgeordnete Claudia Sommer-Smolik trat für eine Erhöhung des Budgets für den Bereich sozial- und kulturwissenschaftliche Forschung ein. Sie wies neuerlich darauf hin, dass etliche von der SPÖ in deren Broschüre "100 Projekte für die Zukunft Wiens" angeführte Vorhaben noch nicht umgesetzt worden seien. Sie forderte mehr wienspezifische Forschungsprojekte, und erwähnte als Beispiele die Erforschung der Armut, der Ghettobildung und die Entwicklung der Schulpolitik. In einem Antrag verlangen die Grünen eine Budgeterhöhung des Bereiches Forschung und Wissenschaft auf ein Promille der Gesamtausgaben.

GR Dr. Andreas Salcher (ÖVP) fand es sehr eigenartig, dass Kulturstadtrat Dr. Mailath-Pokorny im Sinne der sogenannten Selbstwahrnehmung, die Umwandlung des Theaters an der Wien in ein Opern- und Festspielhaus als seine größte kulturpolitische Leistung bezeichnete. Wahr sei vielmehr, dass diese Umwandlungsidee nicht neu sei, ergänzte Salcher und verwies auf entsprechende Aussagen des früheren Kulturstadtrates Dr. Marboe.

In Anträgen forderte die ÖVP bezugnehmend auf eine Aussage von Bürgermeister Dr. Michael Häupl, keine Theater zu schließen, sich auch daran zu halten und im konkreten Fall den Betrieb des Theaters am Auersperg aufrecht zu erhalten und das Projekt des "Figaro-Hauses" so schnell wie möglich abzuschließen.

GR Mag. Harald Stefan (FPÖ) bezeichnete die Unterstützung von sogenannten Freien Gruppen hinsichtlich des echten Nutzens als sehr fraglich. Er sehe nicht ein, dass auf der einen Seite Gelder in die Kultur zur Unterstützung von fragwürdigen Projekten gesteckt werde, wenn gleichzeitig durch die Erhöhung von Gebühren wie z.B. Müll sowie die Erhöhung der Tarife für die Benutzung von öffentlichen Verkehrsmitteln die Bürger zur Kasse gebeten werden. Stefan zitierte aus dem Frauen-Kunstbericht und kritisiert einige Formulierungen darin. Zur Umwandlung des Theaters an der Wien in ein Opernhaus meinte Stefan, dass damit eine 15 Jahre andauernde Forderung der Wiener Freiheitlichen erfüllt worden sei. Er kündigte die Ablehnung des Kulturbudgets an.

GR Renate Winklbauer (SPÖ) sprach von einer jungen alternativen Kulturpolitik des Stadtrates Mailath-Pokorny. Vor allem seien es fünf Bereiche, die diese Kulturpolitik prägten: neue Medien, mit Public Netbase als Schnittstelle zwischen den neuen Kommunikationstechnologien, Filmstadt Wien, womit die Vielfalt der Wiener Kinos und der verschiedenen Filmproduktionen gemeint ist sowie der große Wissenschaftsbereich, die Museen sowie schließlich die sogenannte emanzipatorische Kultur, womit die SPÖ-Politikerin vor allem die Chancengleichheit für junge Kulturmanager und Musikschaffende sowie KünstlerInnen versteht. Sie lobte Mailath-Pokorny, wichtige Funktionen im Kulturbereich vor allem Frauen übertragen zu haben. (Forts.) hl/rr

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