Fachverband Buch- und Medienwirtschaft: Finanzfarce um LIBRO

Empörung über neuerliche Finanzspritze für bankrottes Unternehmen

Wien (PWK459) Das Vorgehen rund um das bankrotte Unternehmen "Libro" schlägt im Fachverband Buch und Medienwirtschaft hohe Wellen. Das wahrscheinliche Vorgehen des Bankenkonsortiums, an Libro eine weitere Finanzspritze in Höhe von 11 Mill. Euro kommenden Donnerstag zu vergeben, erntet harsche Kritik.

Während gesunde Klein- und Mittelbetriebe nicht zuletzt durch die Vorwirkungen des Basel II - Abkommens für bereits geringe Finanzierungsvolumen bei den Geldinstituten auf weniger Freigiebigkeit stoßen und von diesen mit zigfach abgesicherten Besicherungen traktiert werden, werden offensichtlich dem bankrotten LIBRO-Amadeus-Konzern Millionen Euros in den Rachen geworfen; Gelder, die nach offiziellen Aussagen der Bankmanager bereits im Vorfeld als verloren gelten.

Neben der Empörung der Betriebe der Buch- und Medienwirtschaft über die Praktiken der Banken, ist deren Vorgehensweise auch ein Faustschlag ins Gesicht für alle klein- und mittelstrukturierten Wirtschaftsunternehmungen wie auch für alle privaten Bankkunden, die ja letztendlich für die Banken wieder die verlorenen Millionen berappen müssen.

Diese Finanzfarce kann aber auch ein rechtliches wie politisches Nachspiel haben. So ist zu hinterfragen, ob sich hinter dieser maßlosen Kreditvergabe nicht eine versteckte Beihilfe oder gar unerlaubte Förderung verbirgt, die mit EU-Recht unvereinbar ist. Auch die Möglichkeit eines Verstoßes gegen das EU-Wettbewerbsrecht ist zu untersuchen. Es gilt auch zu klären, ob mit dieser Millionenspritze seitens der Banken ein Begräbnis erster Klasse finanziert wird, für dessen Kosten alle Bankkunden aufkommen müssen. Schließlich ist auch die Frage der Vorgangsweise des Masseverwalters zu klären, der im Gegenzug für eine eventuelle Kreditgewährung in Millionenhöhe auf die Anfechtung für im Ausgleich zurückgezahlte Kredite verzichtet.

Der Fachverband der Österreichischen Buch- und Medienwirtschaft wird jedenfalls alle rechtlichen Möglichkeiten prüfen, um für alle seine Mitglieder einen fairen und lauteren Wettbewerb zu ermöglichen. (US)

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